10h Rennen Hockenheimring (das Rennen)

Mein erstes 10h-Rennen als Einzelfahrer:

 

Am vergangenen Samstag um 06:00 Uhr morgens, nach einem sehr nervösen Schlaf, startete ich in den Tag. Angespannt und nervös frühstückte ich den ersten Teller Nudeln, leckere trockene Nudeln, mmmhh. Kurz nach 7:00 Uhr Aufbruch vom Hotel Richtung Hockenheimring. Leider mussten wir noch ein paar Minuten warten bis wir ins Fahrerlager einfahren durften. Nach kurzer Wartezeit konnten wir einfahren und wurden zur Parzelle gelotst. Jetzt gab es kein Zurück mehr, wir sind direkt an der Strecke, der Wind weht ordentlich, dunkle Wolken ziehen auf und ich hoffte, dass es trocken bleiben würde. Aufbauen war angesagt für Robert. Ich checkte mein Rad, Kleidung zum eventuellen Wechseln vorbereiten, Getränke mixen, Energy Gels, -Riegel vorbereiten. Das Rennen im Voraus durchgehen und wieder Nudeln essen. Nochmal vollpumpen mit Kohlenhydraten.

Mittlerweile war es kurz nach 9:00 Uhr. Ab auf die Strecke, eine Runde schauen ob alles rollt und wieder das Rennen und meine Vorgehensweise besprechen. Okay, alles lief gut, ganz kurzer Halt an der Parzelle und ab in Startaufstellung. Nun stand ich mitten drin, zwischen den Einzelstartern, 2er- und 4er Teams. Ich denke wir waren ca. 150-200 Starter. Immer wieder hörte ich auf die Worte von Robert "weiter nach vorne, weiter nach vorne..." und auf einmal stand ich ganz vorne, in der ersten Reihe.

09:30 Start: Es wurde sofort ordentlich aufs Tempo gedrückt obwohl wir doch 10 Stunden Zeit hatten. Wie vorher besprochen versuchte ich solange wie möglich dran zu bleiben. Ich beobachtete das einige 4er-Teams das Tempo machten. Für mich hieß es Windschatten nutzen. Allerdings war auch Vorsicht geboten, denn der Regen blieb zu Anfang des Rennens leider nicht aus. Leider stürzten einige Fahrer in den Kurven. Immer wieder gab es ein paar heikle Momente. Nach einer Zeit trocknete die Strecke dann doch und ich war froh erstmal von den Stürzen verschont geblieben zu sein. Das Hauptfeld verkleinerte sich nun von Runde für Runde da hinten immer wieder Fahrer rausfielen.

Nach ca. 2,5 Std. Fahrt in der Spitzengruppe hatte es mich dann auch erwischt, ich konnte dem Tempo nicht mehr folgen.  Ein Blick auf meinen Tacho zeigte mir auch schon über 100 km (40,5 km/h im Schnitt). Ich war erstmal zufrieden 1/4 der Distanz/Zeit in der Gruppe mitgefahren zu sein. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich unter den Top 15 Einzelfahrern. Okay, schnell reagieren und nicht zu viel Zeit verlieren, also schnellstmöglich den ersten Stopp einlegen. Neue Gruppe finden, Energie sparen und immer wieder Verpflegung zu mir nehmen. Nach einiger Zeit holte mich das Spitzenfeld auf der ca. 4,6 km Runde ein und ich konnte mich wieder ran hängen. Das Tempo immer noch sehr hoch, dennoch konnte ich wieder einige Runden mitfahren.

Nach 220 km erwischte mich dann ein Hungerloch. Also musste ich jetzt einen Stopp am Lager einlegen. Robert übernahm sofort den Support und kam allen Wünschen entgegen. Ich hatte das verlangen was anderes außer Energy-Gels zu mir zu nehmen. Nutella-Brote, Bananen, Cola, etc. Nach einer Runde (ca. 8 min) sollte ich wieder auf die Strecke, doch ich war noch nicht bei Kräften, also nahm ich mir noch eine Runde Zeit. Also weiter essen während Robert eine kleine Inspektion am Rad durchführte. Wieder waren 6 min vorbei, also wieder fertig machen  7 min vorbei, ab auf die Strecke, damit ich mich nach ca. 15/16 min Standzeit, kurz einrollen konnte bevor das Feld kam, in dem ich mich auch wieder einsortieren konnte.

Weiter ging es also, nochmal versuchen im Feld zu bleiben. Momentan war ich auf Platz 17/18. Das Spitzenfeld habe ich nach einiger Zeit wieder verloren. In einer anderen Gruppen konnte ich Anschluss finden, dann bin ich wieder rausgeflogen und habe mich wieder in einer anderen Gruppe einsortiert usw. Bis gut 30/40 min. vor Zieleinlauf lief alles ganz gut, doch dann wieder: Hunger. Mit letzten Kraftreserven und langsamer werdenden Rundenzeiten konnte ich das 10h-Rennen mit 334 km / 73 Runden beenden und war glücklich diese Distanz erfolgreich gemeistert zu haben. Ein riesen Dank an Robert, der über die gesamten 10 Stunden sehr aufmerksam war und super Support geleistet hat, ohne dem es nicht so gut gelaufen wäre.

Wie schon im Vorfeld berichtet freue ich mich auch sehr darüber, im Rahmen des 10h-Rennes, beim Circuit Cycling auf dem Hockenheimring, die Deutsche Telekom AG, im Zusammenhang mit meinem Rennen, als Spender für die Deutsche Kinderkrebsstiftung gewinnen zu können. Mit dieser Aktion möchten wir als Team weiter auf die Deutsche Kinderkrebsstiftung aufmerksam machen.

Ob ich nächstes Jahr wieder am Hockenheimring bin, bestimmt. Ob ich wieder am 10h-Rennen teilnehmen werde kann ich heute noch nicht beantworten.


Sportliche Grüße

Thomas

Platzierung:


20. Thomas Karwath, 72 Runden, 334 km (5. AK)


Rundenzeiten (hier)