Großer Preis von Bochum-Wiemelhausen

Eine Woche nach dem Sparkassengiro stand heute für mich mein zweites Heimrennen, die offene Bochumer Stadtmeisterschaft, auf dem Programm. Wurde das Rennen dank seiner Kürze von nur ca. 20km anfangs vom ein oder anderen belächelt, sollte die extrem anspruchsvolle, 15 mal zu absolvierende Runde noch so manchen das Fürchten lehren. Nach einem sehr kurzen Flachstück geht es die gepflasterte Abfahrt hinunter. Anschließend folgt die einzige langsame Kurve und schon befindet man sich im Anstieg zu Start und Ziel.

In der Nacht vor dem Rennen hatte ich seit langem mal wieder vor Nervosität schlecht geschlafen. Nach meinem dritten Platz im Vorjahr wusste ich, dass heute „was gehen“ könnte. Von unserem Team waren neben mir „Ausreißerkönig“ Florian R., der überragende Sprinter Bastian sowie der ebenfalls sehr endschnelle Alex B., der gerade aus einem Bergtrainingslager in den Alpen zurückgekehrt war, am Start. Wir waren also für alle Rennverläufe hervorragend aufgestellt.


Aber auch einiges an prominenter Konkurrenz hatte den Weg nach Bochum gefunden. So etwa eine große Truppe vom „Rotz Racing Team“, Vorjahressieger Klaus Janke und die Jungs vom „Team Boksteen“ bei ihrem Heimspiel.

 

Wie üblich ging mit dem Startsignal gleich richtig die Post ab! Nur nicht bei mir, denn wie ebenfalls  schon fast üblich hatte ich erst mal Probleme in mein Pedal zu kommen und somit direkt einen kleinen Rückstand. Ich versuchte ruhig zu bleiben und nicht direkt zu überziehen. So dauerte es bis zur 3. Runde bis ich mich wieder an die Spitze gearbeitet hatte, wo unsere Jungs von Anfang an das Geschehen gegen diverse Attacken kontrollierten.

Nachdem in der 4.Runde das Tempo etwas einschlief, mancher hatte wohl Anfangs den Kurs etwas unterschätzt, setzte Norbert Sternkopf im Anstieg eine Attacke die ich nach kurzem Zögern mitging. Eigentlich war es viel zu früh, aber jetzt gab es kein zurück mehr! Für 2 Runden harmonierten Norbert und ich gut, die Lücke wollte aber nicht so recht aufgehen. Als ich dann nach dem Anstieg kurz zurück sah um meinen Begleiter zu einer Ablösung zu motivieren, war er doch deutlich zurückgefallen und vom Feld nichts mehr zu sehen. Also ab jetzt alleine!

 

Es gelang mir schnell, mein Tempo zu finden und natürlich wusste ich, dass unsere Jungs hinten alle Nachführversuche nach Kräften torpedieren würden, trotzdem blieb die Frage, ob ich schnell genug unterwegs war. 6 Runden vor Schluss begann mein „Fanclub“ dann, mir meinen Vosrprung anzusagen. 25Sec., das war schon mal was. In der nächsten Runde waren es 29, dann schon 33sec., die Lücke wurde also Größer! Ich begann langsam an den Sieg zu glauben!

In der drittletzten Runde verschluckte ich mich leider beim Trinken im Anstieg ziemlich und hatte eine Zeit lang zu kämpfen, um keinen Mageninhalt auf dem schönen Bochumer Asphalt zu hinterlassen. Als ich dann aber zum vorletzten mal Start und Ziel passierte und mir ein Vorsprung von 45sec. auf Florian angesagt wurde, der sich offensichtlich von den Verfolgern hatte absetzen können, war mir klar, dass mich nur noch ein Defekt oder Sturz stoppen konnte. Also fuhr ich ängstlich ein letztes mal über das Kopfsteinpflaster und schlich fast um die letzte Kurve, um dann im finalen Anstieg meinen ersten Sieg genießen zu können!

Hinter mir sorgten Florian und Bastian für ein reines DKS-Podium und als uns dann der veranstaltende RSV Bochum bei der Siegerehrung auch noch eine 50 Euro Spende zugunsten der „Deutschen Kinderkrebsstiftung“ überreichte, wurde ein wunderschöner Renntag perfekt abgerundet!

 

Nachdem ich jetzt bereits alle meine persönlichen Ziele für diese Saison übererfüllt habe, verabschiede ich mich voraussichtlich bis Münster, wo wir als Team noch einmal den Traum von einem Sieg in einem GCC-Rennen angreifen werden!


Bis dahin

Manuel


Ergebnisse:


Sieg Manuel Eckervogt

2. Florian Rumpel

3. Bastian Dick

6. Alexander Buchwald