Amstel Gold Race

Zu guter letzt für diese Woche ein Bericht von Nils-Eric Wolff zum Amstel Gold Race für jedermann am vergangenen Sonntag. Neben ihm stand für das Team DKS noch Thorsten Knierim am Start.

Quelle: www.sportograf.com
Quelle: www.sportograf.com

Aua. Tut weh, und tut gut. Nur noch den Cauberg und dann nur noch 2 kurze Kilometer bis zur Ziellinie. Thorsten, direkt neben mir immer im Augenwinkel zu sehen, gibt keinen Meter nach und sieht auch nach 140 km Dauerpesen aus wie der frische Morgen. Aua. Ich muss aufstehen, tut nicht gut, muss aber. Aua, wie komme ich hierher…warum gebe ich nicht nach…ist ja nur „just-for-fun“, richtig?

Knapp fünf Stunden zuvor sah es noch anders aus, AGR startet an einem herrlichen, frühen Apriltag mit optimaler Vorhersage aus Sonne, Regen, Wind und Wolken und eher kühlen Temperaturen - Klassikerwetter eben! Als Vierer-Gruppe gehen wir an den Start: Thorsten und ich vom Team Deutsche Kinderkrebsstiftung, Martin und Volker vom Gios Uerige-Team Düsseldorf. Die Taktik war schnell geklärt: Martin und Volker machen Tempo in den flachen, welligen Teilen, Nils und Thorsten auf den Hügeln und steilen Anstiegen. Bis zur 2. Verpflegung (Kilometer 100) fahren wir zusammen, ab dort mal gucken :-)

Der zweite Teil ist deutlich anspruchsvoller, über weite Teile geht es hügelig rauf und runter, und der längste Anstieg mit 4.300 m führt auch gleichzeitig zum „höchsten“ Punkt der Niederlande (…Hm). Hier wartet tatsächlich keiner auf jemanden, jeder fährt sein Tempo…na ja, gewartet haben wir dann doch ab und zu: 

Der Aussichtspunkt ist dann wie zu erwartend voll und die niederländischen Radsportler treffen hier ihre Familien, machen eine kurze, außerplanmäßige Erfrischungspause –wie schon bei der Flandernrundfahrt wieder RTF-Feeling :D

 

Der zweite Abschnitt endet mit einer rasanten Abfahrt an Aachen vorüber und grob wieder zurück Richtung Valkenburg und zur zweiten Verpflegung…sehr erholsam!

Der dritte Streckenabschnitt wartet bis zum Finale mit allem auf, was die Ardennen zu bieten haben: Wind, fiese kurze Anstiege (Kruisberg, Eyserbosweg), fiese längere Anstiege (Fromberg) und dann noch der Keutenberg und Nils persönliche Nemisis: der Cauberg. Das Perfide an diesem letzten Anstieg ist nicht das letzte bisschen schmerzendes Laktat in den Beinen, der erschöpfte Körper, die leere Trinkflasche  oder die vor einem torkelnden Mitfahrer…es sind vor allem die Straßenbars mit trinkenden, feiernden Radsport-Fans. Und wenn man vorbeirasen könnte, wäre es sicher kein Ding, aber mit 8 km/h einen steilen Anstieg hocheiern ist eben was anderes. Aua.


Gerade deshalb machen diese letzten knapp 50 km richtig Spaß, zumindest wenn man sich in diesem Terrain wohl fühlt… Abgesehen von dem flachen und windigen Abschnitt vom Top Keutenberg bis Fuß Cauberg geht es hier nur noch rauf oder runter. So zeigt sich in der frühen Phase der Saison auch schnell was die Beine können oder auch nicht.

Und was im Rennen ein wirkliches Unding wäre, darf hier der obligatorische Zielsprint um die goldene Ananas Teamkollege gegen Teamkollege trotzdem nicht fehlen (s. erstes Bild)…Sieger bleibt offen :)

Fazit: Der dritte und jüngste Frühjahresklassiker ist zwar keines der fünf Monumente des Radsports und macht zum Austoben und Rumbolzen aber auch richtig Laune – wie gesagt, die Form muss stimmen ;-)