Doppel-Podium bei Rund um Köln

Bei unserem Heimrennen und dem gleichzeitig ältesten Radklassiker Deutschlands konnten wir über die 68km-Distanz sowohl im Einzel als auch im Team das Podium mit jeweils einem zweiten (Team) und dritten Platz (Bastian Dick) feiern. Zusätzlich konnten wir auch noch einen Sieg in der Altersklasse Jugend (Jonathan Neffgen) und einen zweiten Platz in der Altersklasse Master 1 (Bastian Dick) erreichen. In der Einzelwertung konnte Bastian Dick den Sprint der ersten Verfolgergruppe für sich entscheiden und damit eine geschlossene Teamleistung krönen.


Im Folgenden berichtet unser Top-Sprinter über seine ganz persönlichen Eindrücke vom Rennen.

Am vergangenen Sonntag stand mit dem Klassiker Rund um Köln unser „Heimrennen“ im German Cycling Cup auf dem Programm. Aufgrund eines schweren Sturzes vor vier Wochen, der eine optimale Vorbereitung mit Rennteilnahmen und intensiven Trainingseinheiten unmöglich machte, ging ich mit nicht allzu großen Hoffnungen an den Start. Zum Glück konnten wir eine starke Mannschaft für die Kurzdistanz über 68 km an die Startlinie bringen, so dass mehrere Fahrer für eine vordere Platzierung – im besten Fall ein Podiumsplatz - in Frage kamen.

Vor dem eigentlichen Rennen gab es wie so oft einen heißen Kampf um die beste Startposition. Ich schaffte es mal wieder in die erste Reihe. Ein gutes Zeichen für den Ritt durchs Bergische Land? Jedenfalls fand ich schnell meine Position an der Spitze des über 2000 Fahrer/innen umfassenden Teilnehmerfeldes, so dass die ersten 20 Kilometer ohne große Probleme vergingen. Dann kam mit dem Anstieg nach Neschen der erste Scharfrichter des Tages. Während Jonas Leefmann und Dirk Müller sofort attackierten, versuchte ich im ersten Teil des Anstiegs meinen Rhythmus zu fahren, ohne dabei den Kontakt zu unserem besten Bergfahrer Florian Rumpel vollständig zu verlieren. Erstaunlicherweise gelang mir dies recht gut, was zur Folge hatte, dass ich mich in einer 15-köpfigen Verfolgergruppe hinter den beiden Spitzenreitern Leefmann und Müller befand.

Die folgenden Kilometer nutzte ich, um mich ein wenig zu erholen, lagen doch mit den giftigen Anstiegen in Bergisch Gladbach-Sand und zum Schloss Bensberg noch zwei Schwierigkeiten vor mir. Doch am Hinterrad von Florian Rumpel meisterte ich diese problemlos, selbst auf der Kopfsteinpflasterpassage in Bensberg lief es deutlich besser als noch vor zwei Jahren, wo ich das Rennen als Zweiter beendete.

Somit wusste ich von diesem Zeitpunkt an, dass die nicht erwartete vordere Platzierung noch möglich war. Der Rückweg Richtung Köln verlief relativ unspektakulär. Die beiden Spitzenreiter waren längst außer Sichtweite, aber ein Platz auf dem Siegerpodest war ja noch frei. Obwohl es 5 Kilometer vor dem Ziel anfing zu regnen, fuhr ich vor der Severinsbrücke weiter nach vorne, um eine gute Position für den Sprint zu finden. Aufgrund der nassen Fahrbahn ging ich in den beiden letzten Kurven nicht volles Risiko und ließ jeweils eine kleine Lücke zum Vordermann. Diese konnte ich zu Beginn der Zielgeraden schnell wieder schließen, doch ich wartete bis 150 Meter vor dem Ziel um meinen Schlussspurt zu eröffnen. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig und es gelang mir tatsächlich den 3. Platz zu erobern. Vor vier Wochen hätte ich auf diesen Ausgang des Rennens keinen Cent gesetzt, lag ich doch nach meinem Sturz mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus.

Florian Rumpel, der immer wieder für ein hohes Tempo in unserer Gruppe verantwortlich war, kam auf einen guten 18. Platz. Peter Böckelmann und Robert Gebauer folgten auf den Plätzen 21 und 24, so dass wir in der Teamwertung einen sehr starken 2. Platz belegten.