GCC Rennen Leipzig Neuseen Classics - Erlebnisbericht

Ein mutiger Teil unseres Teams, dessen Schwerpunkt immer noch im Raum Köln liegt, wagte sich am letzten Wochenende in den schönen Osten der Bundesrepublik, um sich mit den besten Jedermannradsportlern im German Cyclin Cup zu messen. 
Dies gelang uns mit einer kleinen, aber schlagkräftigen Truppe auf der hart umkämpften langen Distanz überaus erfolgreich. Teil dieser Mannschaft war einer, der sonst auf der kurzen Distanz beheimatet ist und für den Dauerleistungswerte ab 350W aufwärts keine Spinnerei sind, Peter Böckelmann. Aus seiner Feder stammt auch der folgende, sehr lesenswerte Erlebnisbericht zu den Neuseen Classics.

Am 19.06.16 war es soweit: die Neuseen Classics in Leipzig. Für mich in zweierlei Hinsicht ein neues Erlebnis. Einmal war es das dritte Rennwochenende in Folge und ich wusste nicht, wie mein Körper dies wegsteckt. Zum anderen sollte ich zum ersten Mal auf der langen Distanz starten: 100km, aufgeteilt in 2 Runden a 50km. So ging es nach einer lustigen Anfahrt im Teambus und einer kurzen Nacht im Hotel, früh und mit gemischten Gefühlen zur Alten Messe Leipzig. Die Zeit reichte für ein kurzes Warmfahren und Begrüßen der anderen Teamfahrer, dann auf zur Startaufstellung. Das Rennen begann wie erwartet schnell, das Tempo pendelte zwischen 45- und 50 Km/h. Unmittelbar merkte ich, dass ich mich nicht ausreichend aufgewärmt hatte. Die Beine fühlten sich schwer an, was sich jedoch nach einiger Zeit von selbst gab. Aufgrund des Kurses blieb das Feld wie zu erwarten groß, es war ein ziemliches Gedränge. Erst auf dem Rundkurs verengte sich der Fahrstreifen, was das Feld etwas auseinander zog, das Gedränge blieb allerdings. Da ich die Leistung der anderen Fahrer nicht einschätzen konnte, wollte ich mich nicht sofort vorne einreihen, um dann meine Körner zu früh zu verschwenden. Dies hatte allerdings zur Folge, dass ich, aufgrund des großen Fahrerfeldes, nach jeder Kurve heftig antreten musste. So fuhren wir einige Zeit, in der ich damit beschäftigt war, mir die Strecke ein zu prägen, um mich in der 2. Runde günstiger zu positionieren und nicht an sinnlosen Stellen Körner zu verschwenden. Am Ende des Rundkurses kam dann der viel angepriesene Anstieg, welcher sich als steil, jedoch kurz und somit als nicht gefährlich heraus stellte.

In der zweiten Runde musste ich dann feststellen, dass mich die Positionierung im mittleren Teil des Feldes aufgrund der ständigen Antritte doch mehr Körner kostete. Dazu kam, dass ein Großteil der Strecke sehr schmal war, die breiteren Stellen dann an der Windkante gefahren wurden, was dazu führte, dass ich nur schlecht meine Position verbessern konnte. Erst als wir das 2. Mal den kleinen Anstieg erreichten riss das Feld auf. Vielen Fahrern vor mir fehlte die Kraft, so dass sie an dem Anstieg zum Stehen kamen und ich im Slalom um sie herum musste. In der zeit fuhr die Spitzengruppe leider davon. Ich schaffte es mit meinem Teamkollegen Marcel Hartmann in die zweite Gruppe.

 Fortan wurden die letzten 10km gekreiselt, die Spitzengruppe war am Ende der Straße noch zu sehen, also Tempo. Die Gruppe war sehr überschaubar, so musste jeder mehrfach führen, was mir wesentlich besser gefiel, als das Gedränge im Feld zuvor. 1Km vor dem Zeil gab Marcel dann Vollgas, führte mich an den Jungs von Merkur Druck vorbei nach vorne, Richtung Ziel. Just in dem Moment, als ich den Sprint ansetzte, kam Tom Walter von Merkur Druck aus meinem Windschatten an mir vorbei gesprintet – ich hatte mich zuvor nicht umgesehen. Ich gab noch einmal alles, beschleunigte auf 59Km/h, doch wurde ich in diesem Sprint nur zweiter. Mit Platz 58 Gesamt, 25. in meiner Altersklasse, bin ich dennoch voll zufrieden, nachdem ich anfänglich so viele Bedenken hatte. Marcel schaffte es prompt, bedingt durch die Nettozeit, auf Platz 57, jedoch verdient nach seiner Arbeit. In die Spitzengruppe schafften es Alexander Kremer (48.), Herbert Schwaninger (40) und Anthony Spysschaert (31.). Robert Gebauer (75.) und Andreas Lauer (145.) schafften es leider nicht in die vorderen Gruppen, hatten im Gegensatz zu mir dafür zuvor ordentlich Tempoarbeit geleistet. Den Podiumsplatz holte letztlich Stefanie Schwaninger: 6. Platz gesamt und 3. Platz AK. Herzlichen Glückwunsch. Im Ganzen war es ein tolles Wochenende mit den Teamkollegen, in dem ich auch taktisch einiges gelernt habe. Jetzt heißt es regenerieren, nächsten Samstag geht es schließlich auf den Hockenheimring.

Vielen Dank an dieser Stelle an Nina Elsässer für die freundliche Zurverfügungstellung der markierten Fotos!