Neussenclassics in Leipzig (kurz)

19.06.2016 – Das 5. Rennen des diesjährigen German Cycling Cups stand an. Die Neuseenclassics in Leipzig, ein flaches, windanfälliges Rennen. Wie so oft, hatte ich mich hier für einen Start auf der kurzen Distanz, diesmal mit 60 Kilometer Länge, entschieden. Ein Rundumblick im Startblock ließ die heutige Dominanz der Teams „Lucky Bike – Ur-Krostitzer“, „RadMitte Staßenteam“ und „HS Cycling Burgstädt“ bereits erahnen. Allein Ersteres war mit 15 Fahrern am Start!

 

 

 

Nachdem die lange Runde bereits um 9:15 Uhr gestartet war, sollte für uns heute erst um 13:40 Uhr der Startschuss fallen. Wenig überraschend, setzte sich „Lucky Bike – Ur-Krostitzer“ sofort mit mehreren Fahrern an die Spitze des Feldes und hielt das Tempo brutal hoch. Nach zehn Kilometern stand ein Schnitt von 44km/h zu Buche! Angekommen am Störmthaler See flachte das Tempo ab und drei Fahrer von jeweils einem Team konnten sich absetzen. Von Taktik geprägt, verschleppten die restlichen Teammitglieder die nächsten fünf sechs Kilometer das Tempo und die drei Fahrer kamen entscheidend weg. Offen gestanden, war ich nicht böse darüber, da ich mich so ein wenig erholen und Körner für den restlichen Rennverlauf sparen konnte. Als die drei Fahrer aus dem Sichtfeld waren, wurde im Feld wieder Fahrt aufgenommen. Dieses bestand zu diesem Zeitpunkt noch aus ca. 40 Fahrern. Ein Drittel allein von „Lucky Bike – Ur-Krostitzer“! Jede der vielen Kurven, die es zu durchfahren galt, bedeutete nun Antritte mit hoher Frequenz und Maximalkraft, um nicht aus der Gruppe zu fallen. Ich fühlte mich aber wirklich gut und war fest davon überzeugt, dass heute ein gutes Ergebnis möglich war.

 

Bei Kilometer 47 stand eine der Schlüsselstellen des Rennens an. Ein kurzer, knapp 300 Meter langer Anstieg, mit 9% Steigung im Schnitt. Hier machten sich die Körner, die ich unterwegs gespart hatte bemerkbar und ich konnte vom hinteren Teil der Gruppe nach vorn fahren. Die abermals drei Fahrer, die sich hier zusätzlich absetzen konnten, erreichte ich allerdings nicht mehr. Unser Fahrer Matthias Berner, mit dem ich bis dahin zusammen in der Gruppe fuhr, musste, wie ich erst später feststellen sollte, leider abreißen lassen. Da es zu diesem Zeitpunkt nur noch 15 Kilometer bis zum Ziel waren, wurde es jetzt wieder richtig schnell und jeder versuchte sich gut zu positionieren. Alle Vorstoßversuche einzelner Fahrer scheiterten. Die insgesamt sechs Fahrer, die sich im Rennverlauf abgesetzt hatten, erreichten wir ebenfalls nicht mehr. Also hieß es nun, wachsam sein und sich für den Zielsprint bereit machen. Den letzten Kilometer, eine sehr technisch zu fahrende Kombination aus mehreren engen Kurven, hatte ich mir gut eingeprägt. In der Zufahrt zur ersten Kurve nutzte ich das Überraschungsmoment und fuhr ganz innen an die Spitze der noch aus 24 Fahrern bestehenden Gruppe. Dadurch war es möglich in den drei folgenden Kurven volles Risiko und Tempo zu gehen. Direkt an meinem Hinterrad war Maik Schapelt, der Sprinter vom RadMitte Straßenteam. Ich trat rein, was der Körper hergab – Die Pulsuhr zeigte zu diesem Zeitpunkt einen Wert von 192 Schlägen! – doch auf den letzten Metern ging mir ein wenig die Kraft. So übersprintete mich Maik Schapelt, ebenso wie zwei Fahrer von Lucky Bike – Ur-Krostitzer.

 

 

 

Jetzt könnte man vermuten, dass ich enttäuscht wäre…Aber weit gefehlt – Ich war glücklich! Platz 10 bei einem Rennen des German Cycling Cups. Das hatte ich zuletzt 2008 in Göttingen geschafft.