Team DKS bei L' Ardechoise

Bildquelle: Maindru Photo
Bildquelle: Maindru Photo

Unseren Fahrer Thorsten Knierim hat es am Wochenende in die tiefste französische Provinz nach Saint Felicien verschlagen, wo er am Samstag an der Veranstaltung L'Ardechoise teilgenommen hat.

 

Es standen sechs verschiedene Strecken von 85 bis 278km zur Auswahl. Seine Entscheidung fiel auf die 234km-Variante mit 4310hm über 13 Mittelgebirgspässe.

 

Lest nun seinen persönlichen Rennbericht:

 

 

Am Renntag fiel pünktlich um 7:30 der Startschuss für alle Strecken gleichzeitig. Bei dicht bewölktem Himmel ging ich aus dem zweiten Startblock ins Rennen. Die Strecke führte leicht abfallend aus dem Ort Saint Felicien raus bevor nach rund 3km schon der erste Berg, Col de Buisson, auf uns wartete. In dieser Phase orientierte ich mich stets nach vorne, während das Tempo allgemein das Feld schon schnell in viele Gruppen aufsplitterte. Die folgende Abfahrt wurde zügig genommen, allerdings wurde bei leicht einsetzendem Nieselregen nichts riskiert. Im Tal angekommen, folgte direkt der nächste Berg, Col de Nonieres, über insgesamt 12 leicht ansteigende Kilometer. In der folgenden Abfahrt formierte sich nach und nach eine gut laufende Gruppe, allerdings kam paar km später für mich eine Überraschung. 6 Mann bogen vor dem nächsten Berg auf die 125er-Strecke ab und so waren wir nur zu Zweit. Kurz darauf hatten wir den Fuß vom Col de Mezilhac erreicht. Bereits auf dem ersten km hat sich mein Mitstreiter dazu entschlossen mein Tempo nicht mitgehen zu können. So fuhr ich in meinem Tempo die 20km lange Steigung und konnte knapp 8km unterm Gipfel auf eine größere Gruppe aufschließen. In dieser blieb ich bis zur ersten Verpflegung, wo sich die Strecken wieder aufteilten. Danach gab es nicht mehr viele Mitstreiter, welche auch die 234km fuhren. Das Wetter hattte sich übrigens stabilisiert und es war heiter bis bewölkt, wobei angenehme Temperaturen von 16-18° herrschten.

 

Auf den folgenden 40km ging es auf der Hochebene ständig rauf und runter über diverse Cols bis auf eine maximale Höhe von 1506m (Col de la Croix de Boutieres). Während dieser Phase befand ich mich in einer gut funktionierenden kleinen 5 Mann-Gruppe, welche ständig von einem Materialwagen begleitet wurde, was uns spekulieren ließ, dass wir recht weit vorne waren. Tatsächlich war es nur Platz 15, obwohl uns zuerst Platz 8 mitgeteilt wurde. Vielleicht wollte man uns auch nur weiter motivieren…

 

Bildquelle: Maindru Photo
Bildquelle: Maindru Photo
Bildquelle: Maindru Photo
Bildquelle: Maindru Photo

Bis dahin lief es bei mir auch genau nach meinen Vorstellungen, aber dann begann mein Dilemma. Nach dem Nieselregen am Anfang, kam nun heftiger Dauerregen. Über die Straßen liefen kleine Bäche  und die Temperatur fiel auf den Gipfeln auf 7°, gefühlt war es eisig. In den Abfahrten bekam ich klamme, steife Hände und konnte weder richtig schalten noch bremsen. Zudem wurde es mir so kalt, dass ich zu zittern anfing und die Radbeherrschung sehr interessant wurde. Bei der nächsten Verpflegung musste ich erstmal was länger anhalten damit ich wieder was Leben in den Körper bekam. In der Folge ging es mir nur noch darum heile ins Ziel zu kommen. Auf den letzten Kilometern war ich für jede Steigung dankbar, weil es mir dann wieder warm wurde. Ab dem letzten Berg, Col de Lalouvesc, war das Wetter wieder fahrbar für mich und langsam ging es auch mir wieder besser. So konnte ich diese letzten Kilometer akzeptabel gestalten und rettete mich als 28. gesamt und als 9. meiner Altersklasse ins Ziel.

 

 

 

Insgesamt bin ich im Nachhinein zufrieden mit meiner Leistung unter den Umständen. Viele andere Mitstreiter mussten aufgeben und wurden wegen Unterkühlung behandelt.

 

 

 

Zum Schluss muss ich noch erwähnen, dass der Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut hat alle Teilnehmer wieder in den Zielort zu bringen. So wurden kurzerhand Busse und Anhänger organisiert um einige hundert Mitstreiter von der Strecke einzusammeln.