Rad am Ring

Quelle: S. Garbe
Quelle: S. Garbe

Am Samstag stand für das Team und mich mit „Rad am Ring“ eines der schwersten GCC-Rennen der Saison an. Nachdem ich seit über einem Monar kein Rennen mehr gefahren war herrschte bei mir eine gewisse Unsicherheit über mein Leistungsvermögen. Daher hatte ich mich auch ausnahmsweise zum Start auf der kurzen Distanz (75km/3Runden) entschieden.

 

 

Der „Rennstress“ begann für mich diesmal schon deutlich vor dem Start. Beim aufpumpen der Reifen auf dem Parkplatz verabschiedeten sich nacheinander der Schlauch meines Vorderreifens sowie mein Ersatzschlauch. Beim, im Gegensatz zu Chris Froome jedoch mit einem Fahrrad bepackten, Spurt in Richtung „technischem Support“ entdeckte ich dann zum Glück Teamkollege Thorsten, der mir mit einem weiteren Schlauch (welcher hielt) und Werkzueg aushalf. Darüber war es allerdings schon etwas spät geworden und so geriet ich beim Befestigen der Startnummer so in Hektik, dass ich mir auch noch in den Finger stach und die Nummer direkt mit etwas Blut verziehrte... irgendwie auch passend zum anstehenden „Gemetzel“

 

Quelle: S. Garbe
Quelle: S. Garbe

Endlich im Startblock angekommen freute ich mich darauf, mich bei freundlichem Wetter gute zwei Stunden lang von dem Stress erholen zu können. Vom Start weg ging direkt die Post ab. Da sich meine Beine zu Beginn echt schlecht anfühlten (zum Warmfahren war ich nicht mehr gekommen) und die erste abfallende Passage mir eh nicht entgegen kam verlor ich zunächsz mal Platz um Platz. Als ich mich am Hinterrad meines Teamkollegen Alex Buchwald wieder nach vorne kämpfen wollte übersah ich dann auch noch eine aufgestellte Pilone und rammte sie frontal. Zum glück kam dadurch weder ich noch ein anderer Fahrer zu Fall.

 

 

 

Die ersten Wellen taten richtig weh, ohne das ich nennenswert Plätze gut machen konnte und so befand ich mich zu Beginn der „Hauptsteigung“ recht weit hinten im Feld. Ich sah zwar, wie sich vorne eine vier Fahrer starke Gruppe um die haushohen Favoriten Jonas Leefmann und Dirk Müller absetzten, war aber viel zu weit weg und hatte auch nicht die Beine um reagieren zu können. Mein Tempo fahrend, konnte ich bergauf jedoch zügig Plätze gut machen und fand mich schnell gemeinsam mit Teamkollege Florian Rumpel an der Spitze der verbliebenen Gruppe. Im folgenden welligen Abschnitt mit ordentlich Gegenwind hielt ich mich zurück und konnte ganz gut regenerieren.

 

Quelle: HaWe Vits
Quelle: HaWe Vits

Als es in der zweiten Runde wieder länger bergauf ging hatte ich zwar wieder einige Plätze eingebüßt, fühlte mich aber zum ersten mal im Rennverlauf richtig gut. Gerade hatte ich, erneut ruhig mein Tempo fahrend, die Spitze erreicht als sich Nicolas Starosta(Team Drinkuth) an eben diese setzte und das Tempo verschärfte. Jetzt musste ich wirklich in den roten Bereich gehen, um sein Hinterrad zu halten. Als ich kurz eine Lücke lassen musste wurde diese sofort von Niklas Finke (Team Freistaat) geschlossen. Ein kurzer Blick zurück zeigte mir, dass von der Gruppe außer uns dreien und einem weiteren Fahrer nichts mehr übrig geblieben war. Wenn ich diese Gruppe hielt war ich also auf Top-10 Kurs!

 

 

 

Absolut im roten Bereich rettete ich mich mit meinen Begleitern, zu denen inzwischen auch der eingeholte Dirk Müller zählte, über die Hohe Acht. Auf dem Rückweg zu Start und Ziel versuchte ich so gut es ging Kräfte zu schonen, fuhr aber gefühlt trotzdem die ganze Zeit Anschlag. Mir war klar, dass ich mit diesen Jungs (inzwischen hatten wir einen weiteren Fahrer vom Team Freistaat eingeholt, der zuvor zur Spitzengruppe gehörte) nicht ins Ziel kommen würde, doch ich gab alles um so lange wie möglich „dran“ zu bleiben und meinen Vorsprung auf den Rest des Feldes auszubauen.

Quelle: HaWe Vits
Quelle: HaWe Vits

In der Abfahrt führten mich meine Mitfahrer dann endgültig ans Limit und ich musste immer wieder Lücken zum Vordermann schließen, so dass es zu Beginn der letzten Kletterpartie zur Hohen Acht „vorbei“ war. Ich viel aus der Gruppe und war mit den Kräften völlig am Ende. Im Anstieg, mehr aber noch danach im Gegenwind konnte ich meinen Abstand förmlich dahinschwinden fühlen und blickte mich immer wieder um. Doch der vorher erarbeitete Vorsprung reichte! Zwar verlor ich noch gut 2min auf meine ehemaligen Begleiter doch rettete ich mich knapp vor Florian Rumpel, der  anderthalb Runden als Solist meine Gruppe gejagt hatte, als achter ins Ziel und als Team konnten wir sogar Platz 2 erringen.

 

 

 

Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht von meiner Leistungsfähigkeit an diesem Tag. Und auch die Strecke und die Organisation waren top. Ich freue mich jetzt schon auf Rad am Ring 2017 und auf die kommenden Rennen mit dem Team (als nächstes mein Heimrennen in Bochum-Wiemelhausen)

 

 

 

Euer,

 

 

Manuel

 

Weitere Ergebnisse:

++ Kurze Distanz: (75 km) ++

 

2. Team DKS cycling

 

8. Manuel Eckervogt
9. Florian Rumpel
29. Florian Klee
33. Christian Kremer
38. Bastian Dick
48. Alexander Buchwald
55. Mathias Berner
81. Cuma Gerger
87. Peter Böckelmann
88. Martin Garbe
89. Robert Gebauer

++ Lange Distanz: (150 km) ++

 

5. Team DKS

 

11. Stefanie Schwaninger (3. AK)

 

16. Jelle Maeyaert
27. Anthony Spysschaert
41. Marcel Hartmann
48. Alexander Kremer
49. Michael Schmidt
80. John Klinkhammer
95. Herbert Schwaninger
108. Thorsten Knierim
191. Christopher Pyhel