Erzgebirgstour

Bericht von Michael Schmidt:

 

Vom 21.7. bis 23.7. stand das Team Deutsche Kinderkrebsstiftung bei der Erzgebirgstour am Start. Diese Tour ist eine Jedermann-Rundfahrt und fand dieses Jahr rund um Schwarzenberg im sächsischen Erzgebirge nahe der Grenze zu Tschechien statt. Auf 5 Etappen verteilt lagen 198 km und 2870 Hm vor den Fahrern. 

Für Freitag sah der Etappenplan ein kurzes Prolog-Zeitfahren rund um den Flugplatz Jahnsdorf mit 5,5 km (ca. 20 Hm) und anschließend auf demselben Kurz ein Kriterium über 10 Runden = 55 km (ca. 200 Hm) vor. „Richtig los“, sprich in die Berge,  ging es dann am Samstag. Vormittags stand ein Bergzeitfahren über 5,1 km und 310 Hm auf dem Programm. Nachmittags wurde der Renntag mit der ersten Straßenetappe über 76 km (ca. 1430 Hm) abgeschlossen. Das Finale am Sonntag stellte die zweite Straßenetappe über 56 km (ca. 910 Hm) dar. 

Für das Team DKS standen Jochen, Dino, Alex K., John und ich (Michael S.) am Freitag, den 21.7. an der Startlinie. Der Rundkurs um den Flugplatz Jahnsdorf war recht flüssig zu befahren, wies in der Mitte jedoch einen kleinen Hügel mit ca. 20 Höhenmetern auf. Es galt also für den Prolog, die Kraft richtig einzuteilen. Dies gelang Jochen am besten, der mit seinem kräftig eleganten Fahrstil die achtschnellste Zeit auf den Asphalt brannte und so in Kontakt zur Spitze blieb. Es siegte ein Fahrer des Jenatec Lawi Masters Team, welches mit zu den härtesten Konkurrenten neben dem Team Merkur Druck zählen sollte. 

Im anschließen Rundstreckenrennen über 10 Runden kamen alle Fahrer unseres Teams im Hauptfeld ins Ziel. Durch die alle zwei Runden ausgetragenen Sprintwertungen entwickelte sich ein hartes Ausscheidungsrennen, in dem der oben angesprochene kleine Hügel sein Übriges beisteuerte. Zu Rennmitte ging kurzzeitig eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit Dino vorne raus, konnte sich aber nicht entscheiden absetzen. So kam es wie erwartet zum Sprint eines nicht mehr so großen Feldes, den das Team Merkur Druck gewann. Unsere Fahrer kamen alle in der ersten Gruppe ohne Zeitverlust über die Ziellinie.

Für das anstehende Bergzeitfahren am Samstag Vormittag hatten Jochen und Dino die besten Aussichten. Die 5,1 km lange Strecke mit ihren 310 Hm war relativ unrhythmisch zu fahren, da die Steigungswerte immer mal wieder abflachten und wieder steiler wurden und zu Rennmitte eine ca. 400 Meter lange Flachpassage zu bewältigen war. Eine Zeit von unter 14 Minuten wurde im Vorfeld von den Fahrern als „Schallmauer“ angesehen. Diese durchbrach Dino auf Platz 8 um 15 Sekunden, Jochen hielt sich auf Platz 11 mit einer Zeit von 14:05 Min. auch sehr gut. Ich hatte mir im Vorfeld eine Zeit von unter 15 Minuten als Ziel gesetzt und konnte diese auch knapp mit 4 Sekunden unterbieten. Die Show des Bergzeitfahrens stahl jedoch ein Anderer. Ein bis dato relativ unbekannter Fahrer aus Belgien blieb mit 12:46 Minuten als einziger sogar unter der Grenze von 13 Minuten und fuhr sich mit dieser Fabelzeit ins gelbe Trikot des Gesamtführenden. 

Vor der folgenden Bergetappe über 76 km und 1430 Höhenmeter fragten sich nun alle, ob der belgische Gesamtführende sein Trikot wird verteidigen können. Er stand schließlich als Einzelstarter ohne Teamunterstützung am Start. Das Tempo war vom Start weg sehr hoch und am ersten langen Anstieg hinauf nach Oberwiesental formierte sich eine ca. 20 Fahrer starke Spitzengruppe. Von uns konnte sich leider nur Jochen und Dino vorne festsetzen. Dahinter zerfiel der Rest des Feldes schlagartig in viele kleinere Gruppen. Unglücklicherweise wurden John und ich im weiteren Verlauf durch einen Sturz ausgebremst und wir fielen aus der Verfolgergruppe raus. Nach einiger Zeit fuhr eine weitere Gruppe, in der sich Alex befand,  von hinten auf uns auf und John und ich konnten etwas kräfteschonender weiterfahren. Im weiteren Rennverlauf zerflog die Spitzengruppe immer mehr und Fahrer fielen nach hinten raus. Leider auch Dino, der nach der zweiten Bergwertung in die erste größere Verfolgergruppe mit Alex, John und mir zurückfiel. Als letztes großes Hindernis stand jedoch noch der Fichtelberg oberhalb von Oberwiesental im Weg. Dieser sollte mir leider den Zahn ziehen und ich musste die Gruppe ziehen lassen. Vorne indes gab sich Jochen keine Blöße und bildete mit weiteren sieben Fahrern die Spitzengruppe, die auch bis ins Ziel zusammenblieb. Ich musste mich leider die letzten knapp 20 km alleine durchschlagen. Alex, Dino und John konnten auch nach dem Fichtelberg die Gruppe halten und fuhren zusammen ins Ziel. 

Vor der letzten Etappe am Sonntag hatte das Gesamtklassement feste Konturen angenommen. Einzig Jochen lag aus unserer Sicht noch um die Podestplätze im Rennen. Am ersten Berg zerfiel das Feld wieder sofort in mehrere kleinere Gruppen. Dino und Jochen konnten sich vorne behaupten. Alex und ich fanden sich in der zweiten Gruppe wieder. Am Ende des Anstiegs musste ich aber leider die Gruppe ziehen lassen und fuhr erstmal alleine hinterher. Aber dieses Gefühl kannte ich ja von Samstag Nachmittag. Mit Dino hatte Jochen nun einen starken Helfer an seiner Seite, der die weiteren Attacken aus der Spitzengruppe parieren konnte. Die Etappe endete mit einer kleinen Bergankunft. Der Anstieg war ziemlich unrhythmisch und mit sehr steilen kurzen Stichen versehen. Am Ende konnten sich aus unserer Sicht leider drei Fahrer einen kleinen Vorsprung von ca. 20 Sekunden herausfahren, so dass Jochen und Dino auf den Plätzen vier und fünf die ersten Verfolger ins Ziel führten. Alex kam mit der ersten größeren Gruppe ins Ziel. Pech hatte leider John, der sich schon relativ früh einen Plattfuß einfuhr und so sehr viel Zeit verlor. 

Das Wochenende der Erzgebirgstour hatte es sportlich gesehen in sich. Durch die bergige Streckenführung und das sportlich recht hohe Niveau entwickelte sich jede Etappe m.o.w. zu einem Ausscheidungsfahren, bei dem letztendlich aus Sicht des Team DKS Jochen die beste Rolle spielte. Am Ende verpasste er mit dem sechsten Gesamtrang und einem Rückstand von 1:01 Minuten auf Rang drei knapp das Podium. Dennoch kann das Team mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Das gelbe Trikot wechselte nach dem Bergzeitfahren übrigens nicht mehr den Besitzer und Arno de Wispelaere gewann am Ende dann doch sehr souverän die Erzgebirgstour 2017. Das Trikot für den besten Bergfahrer durfte sich nach fünf Etappen Tom Walther vom Team Merkur Druck überstreifen, das des besten Sprinters Daniel Knyss (Team Merkur Druck).

 

 

Die Gesamtwertung im Überblick:

 

1.

Arno De Wispelaere

CT The Bananas

05:44:43

 

2.

Tom Walther

merkur-druck.com

05:45:18

 

3.

Michael Kopf

Jenatec Lawi Masters Team

05:45:46

 

6.

Jochen Wallenborn

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

05:46:47

 

15.

Dino Moll

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

05:56:38

 

20.

Alexander Kremer

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

06:00:46

 

27.

Michael Schmidt

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

06:11:16

 

41.

John Klinkhammer

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

06:25:38