Rad am Ring - 75km

Bericht von Manuel Eckervogt:

 

Am Samstag stand für das Team mit „Rad am Ring“ eines der topografisch anspruchsvollsten Rennen des Jahres und für mich persönlich der absolute Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Auf der 75km Distanz (3Runden) waren wir mit Daniel P., Bastian, Martin, Peter, Burkhard, Dino, Nils-Eric, Robert, Christian, Florian R., Rene, Marcel und mir sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ sehr stark vertreten und rechneten uns somit auch insbesondere in der Teamwertung einige Chancen aus.

Für einen reinen Bergfahrer wie mich ist die Strecke am Nürburgring ideal, da sie nicht nur sehr viele Höhenmeter beinhaltet, sondern durch die extrem weitläufigen Kurven die Abfahrten keinen großen Einfluss auf das Rennen haben und auch das übliche harte Antreten nach den Kurven weitgehend wegfällt.

 

 

Bereits vor dem Start stieg besonders bei Teamchef Robert der Puls schon mal ordentlich an, da mit Dino einer unserer Top-Kletterer bis zur letzten Minute auf sich warten ließ. Wie wir später erfuhren, hatte er noch mit Schaltproblemen zu kämpfen.

 

Als es dann los gegangen war, hieß es besonders für Marcel, Dino und mich, die ersten ca 10km flachere bis abfallende Strecke in guter Position im Feld zu „überleben“ Mir half es dabei sehr, sich an unseren in solchen Situationen extrem starken Sprintern Robert und Bastian zu orientieren.

 

Als es dann das erste Mal in Richtung „hohe Acht“ hinauf ging waren wir drei leider trotzdem nicht ganz vorne, so dass wir auf die erste Attacke von Nicolas Starosta und Martin Ehrlich zunächst nicht reagieren konnten. Gemeinsam mit dem Team Winax gelang es uns zwar, diesen Vorstoß zu neutralisieren doch kurz darauf konnten sich Kai Exner sowie erneut Martin Ehrlich deutlicher vom Feld absetzen. In der Verfolgergruppe waren aus unserem Team noch Marcel, Dino und ich übrig.

 

Nach dem Hauptanstieg wurde das Tempo, auch dank einiger Fahrer aus dem 150km-Rennen, sehr hochgehalten und so hielt sich der Vorsprung der Ausreißer in Grenzen, ohne dass wir im Gegenwind, welcher von der hohen Acht bis zum Ziel vorherrschte, all zu viel Energie investieren mussten.

 

Beim zweiten Ritt über die hohe Acht war es dann erneut Nicolas Starosta, der die Verfolgergruppe sprengte. Diesmal saß ich aber genau an seinem Hinterrad und konnte gemeinsam mit Markus Meyer folgen. Dino und Marcel verpassten leider denkbar knapp den Anschluss. Im Verlauf des Anstiegs holten wir den letzten verbliebenen Ausreißer Martin Ehrlich ein und bildeten so die neue vierköpfige Spitzengruppe. Angesichts von zwei Teamkollegen in der Gruppe direkt hinter uns (und auch angesichts meines physischen Zustands...) entschied ich mich zunächst keine Führungsarbeit zu leisten, sondern lediglich mitzufahren.

 

Auf einer langen, leicht ansteigenden Geraden mit viel Gegenwind geschah es dann leider: Ich war in meiner inzwischen durch Fahrer aus anderen Rennen stark angewachsenen Gruppe schlecht positioniert und verpasste eine erneute Tempoverschärfung der drei Begleiter aus meinem Rennen. Ich versuchte natürlich sofort nachzusetzten, doch alleine im Wind gelang es mir nicht mehr die schon beträchtliche Lücke zu schließen. Dahin waren die leisen Hoffnungen aufs Podium...

 

Ich entschied mich, zunächst in der großen Gruppe aus anderen Rennen mitzurollen und bei der letzten Überfahrt über dir hohe Acht noch mal alles in die Waagschale zu werfen um vielleicht doch noch nach vorne zu kommen oder zumindest noch Platz 4 zu sichern. Bergauf lief es auch wieder sehr gut und die Gruppe war schnell deutlich zurück, mein Rückstand nach vorne war jedoch trotz Unterstützung durch andere Teamfahrer vom 150km-Rennen (Danke!) viel zu groß.

 

Nach der hohen Acht war ich dann, wie schon letztes Jahr, allein auf weiter Flur und durfte damit den Rest des Rennens im heftigen Gegenwind verbringen. Ich strab zwar tausend Tode, doch die Kräfte und der Vorsprung reichten, um Platz 4 ins Ziel zu retten. Die „Blechmedaille“ ist natürlich immer etwas ärgerlich, aber hätte mir jemand vor dem Rennen diesen Platz angeboten, hätte ich ihn mit Kusshand genommen!

 

In der Verfolgergruppe sicherten sich Dino und Marcel in einem starken Finish die Plätze 6 und 7 und da Bastian als unser vierter Mann wie üblich den Sprint seiner Gruppe gewann reichte es zum Sieg in der Teamwertung! Sehr stark präsentierte sich auch Rene, der den dritten Platz in seiner Altersklasse erringen konnte!

 

 

Am Ende noch einige Bilder von beiden Distanzen: