Bochum-Wiemelhausen

Am Sonntag, den 6. August 2017 stand das Rundstreckenrennen in Bochum-Wiemelhausen auf dem Rennkalender unseres Teams DKS. Wir starteten mit Robert, Rene, Cuma, Manuel und Michael S. (ich). Für ein Kriterium ist der Kurs in Wiemelhausen recht anspruchsvoll, da er auf 1,3 km Länge ca. 25 Höhenmeter aufweist und mehrere Kopfsteinpflasterpassagen – u.a. bergab – aufweist.

Nach einem ca. 300 m langen Flachstück nach Start/Ziel ging es über Pflaster bergab zum tiefsten Punkt des Kurses und von dort durch eine enge 90°-Kurve schnurgerade und teils über Pflaster ca. 400 m mit ca. 6% Steigung hinauf zurück zu Start / Ziel. Auf die Fahrer wartete also eine kleine „Mini-Bergankunft“. Im Hobbyrennen galt es 15 Runden = 19,5 km zu absolvieren. Der Kurs war also etwas für bergfeste „Puncheure“ und wir entschieden uns vor dem Rennen, für Manuel zu fahren. Mit seinen Kletterkünsten und durch seinen Heimvorteil sollte er am besten mit der Strecke klarkommen. In der Hinterhand hatten wir ja immer noch unseren etatmäßigen Kapitän Robert.

Als das Rennen freigegeben wurde, setzte ich mich direkt nach vorne vor das Feld und hielt das Tempo hoch, so dass es für die Konkurrenten schwierig wurde, Attacken zu setzten. Dies sorgte schon für eine erste Selektion und es formierte sich ein ca. 15 – 20 Mann starkes Hauptfeld. In der dritten Runde löste mich Robert ab und ich konnte erstmals etwas die Beine hochnehmen. Manuel hielt sich an dritter Position auf. Doch in der Kurve am tiefsten Punkt der Strecke hinauf auf die Zielgerade geschah ihm ein folgenschweres Missgeschick: er fuhr etwas zu schnell in die Kurve ein und stürzte. Es passierte nichts Schlimmeres aber unser „local Hero“ konnte leider nicht weiterfahren. Durch den Sturz wurden die nachfolgenden Fahrer etwas behindert und auch ich konnte noch gerade so um den auf den Boden liegenden Teamkollegen rumfahren. Dies nutze der unmittelbar vor Manuel fahrende Nutrition-Fahrer Dennis Gräf zu einer Attacke, da sich durch den Sturz eine kleine Lücke aufgetan hatte. Nur Robert folgte ihm zunächst. Ich überlegte im ersten Augenblick die noch nicht große Lücke zuzufahren, sah aber Robert am Hinterrad des Angreifers und ließ aus diesem Grund den anderen Fahrer den Vortritt. Warum dem eigenen Teamkollegen (und Kapitän) hinterherfahren? Allerdings konnten oder wollten der Rest des Feldes nicht die Nachführarbeit erledigen, so dass der Vorsprung der beiden Ausreißer in den Folgerunden kontinuierlich auf ca. 20 Sekunden anwuchs.

Eigentlich eine komfortable Situation für das Team DKS. Wir restlichen Teamfahrer hielten uns im Feld m.o.w. zurück und Robert hatte die Chance aus der Ausreißergruppe das Rennen zu gewinnen. Leider stellte sich heraus, dass der hügelige Kurs mit seinen Pflasterabschnitten etwas zu schwer für Robert war. Er konnte zu Rennmitte nicht mehr seinem Fluchtgefährten folgen und fiel ins Hauptfeld zurück. Dort angekommen übernahm ich sofort die Tempoarbeit, um den jetzt einzig verbliebenen Ausreißer noch zu stellen. Mir bzw. uns blieben noch acht Runden Zeit. Mit meiner Tempoverschärfung vielen immer mehr Fahrer zurück, so dass nur noch zwei weitere Fahrer an meinem Hinterrad klebten. Diese machten allerdings keine Anstalten mit in die Führung zu gehen, so dass ich die letzten sieben Runden komplett von vorne und  alleine die Nachführarbeit gestalten musste. Ich hatte noch die Hoffnung, den Ausreißer stellen zu können. Dies stellte sich allerdings als Trugschluss heraus, da der Vorsprung nicht nennenswert kleiner wurde. 

So konzentrierte ich mich ab der vorletzten Runde darauf den zweiten Platz sicherzustellen. Mit gleichmäßigem Tempo sparte ich noch etwas Kraft ein, um am letzten Anstieg hinauf zum Ziel einen letzten kleinen Bergsprint forcieren zu können. Da meine beiden Konkurrenten mit der Begründung, sie seien nicht mehr in der Lage Führungsarbeit zu leisten, nach wie vor nur an meinem Hinterrad „gelutscht“ hatten ging ich mit einem unguten Gefühl in die letzte Runde. Wie oft hat man schon erlebt, dass im Schlussspurt dann doch auf einmal wieder die Kraft da war? Ich fuhr also den Schlussanstieg relativ kontrolliert von vorne mit der Gewissheit, die letzten hundert Meter noch einmal zum letzten Mal das Tempo etwas forcieren zu können. Kurz vor der Ziellinie wartete nochmals ein kleines Stück Pflaster auf uns Fahrer. Dort angekommen setzte ich im Wiegetritt zum Schlusssprint an und konnte mit einer kleinen Tempoverschärfung meine beiden Verfolger doch noch relativ problemlos auf die Plätze drei und vier verweisen.

Leider hat es nicht mehr gereicht, um den Ausreißer vom Team Nutrition zu stellen. Dazu war dann die Verfolgungsarbeit zu einseitig auf meine Schultern verteilt gewesen. Von daher war der zweite Platz das Optimum, was nach Roberts Zurückfallen noch möglich war. Dennoch können wir als Team Deutsche Kinderkrebsstiftung mit dem Rennausgang zufrieden sein. Ein weiterer Podestplatz und eine starke Teamarbeit, die das Renngeschehen maßgeblich prägten lassen auf eine gute Form schließen und optimistisch auf die nächsten Renneinsätze blicken.

Die Platzierungen im Überblick:

1. 

Dennis Gräf

Team Nutrition

2.

Michael Schmidt

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

3. 

Florian Ehm

Haberich Cycling Crew

6. 

Robert Gebauer

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

8. 

Rene Pätzold

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

12.

Cuma Gerger

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

DNF

Manuel Eckervogt

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung