Rhön-Grabfeld-Cup

Nach schweren Sturz, mit zertrümmerten Wirbel und geplatzten Bandscheiben, vor zwei Jahren, wollte ich dieses Jahr eigentlich wieder durchstarten. Eine letzte, „kleine“ Operation stand im Frühjahr noch an und dann sollte es zum alten Trainingsprogramm zurückgehen. Doch leider erwischte mich im Vorfeld die Erkältungswelle gleich zweimal, was zu einer langen Zwangspause führte.

Danach durfte ich wieder von Null anfangen, aber jetzt stand endlich das erste Rennen des Jahres auf dem Programm und damit auch das erste für das Team DKS. In meiner Heimat galt es ein, kurzes aber knackiges Cross-Country Rennen im Rahmen des Rhön-Grabfeld-Cups zu absolvieren.

Ohne Rennkilometer und harte Trainingseinheiten in den Beinen ließ ich es von Beginn an ruhig angehen und sprintete nicht jeder Tempoverschärfung hinterher, sondern versuchte die Lücken behutsam wieder zu schließen. So ging es nach der Hälfte der ersten von drei Runden mit der Spitzengruppe in den längsten Anstieg hinein und sofort wurde attackiert. Ein Fahrer konnte sich leicht absetzen, doch mir gelang es bis zum Ende des Anstiegs das Loch wieder zu schließen. Vor der nachfolgenden Abfahrt ging ich in Führung und konnte ein paar Meter Vorsprung herausfahren, welchen ich im nächsten Anstieg weiter ausbauen konnte.

Leider verkraftete kurze Zeit später die Sattelstütze, an meinem neuen Rad, eine kleine Bodenwelle nicht und ich hatte ohne Vorwarnung den Sattel senkrecht im Gesäß stecken. Mit etwas Handarbeit gelang es mir zwar die Spitze etwas runter zu klopfen, doch irgendwie wollten sich die Beine nicht mehr so recht im Kreis bewegen. So viel ich zunächst auf den 3. Platz zurück.

Der Rücken fand zu Beginn der dritten Runde die ungewohnte Sitzposition auch nicht mehr lustig. Es gelang mir zwar am letzten Anstieg auf den 2. Platz vorzufahren und den Rückstand auf den Führenden auf unter 10 Sekunden zu verkürzten, dieser erhöhte aber nach einen kurzen Blick zurück das Tempo und ich wusste das war´s - am Ende rollte ich als Zweiter über die Ziellinie.

 

In Anbetracht der Vorgeschichte war ich zwar nicht enttäuscht, aber ohne den kleinen Zwischenfall wäre das Rennen vermutlich anders verlaufen. Meine Siegesserie, alle Teilnahmen gewonnen zu haben, war damit jedoch Geschichte.

 

PS: Die Sattelstütze ist jetzt nicht mehr mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen, sondern „handfest“. 

 

 

Grüße

Sören