Rad am Ring GCC 75km

Bericht von Manuel Eckervoigt:

 

Samstag 28. Juli, 12:34Uhr: Pünktlich fällt der Startschuss zur 75-km Varriante des Jedermannrennen „Rad am Ring“ auf dem legendären Nürburgring. 3 Runden über Grand-Prix Strecke und Nordschleife stehen auf dem Programm, jede einzelne garniert mit 560 Höhenmetern verteilt auf unzählige kleinere und einen Hauptanstieg zur Hohen Acht. Flach ist diese Strecke eigentlich nie...

Ich gehe mit gemischten Gefühlen ins Rennen. Auf der einen Seite entspricht kein anderes Rennen meines Kalenders meinen Fähigkeiten so sehr wie dieses, (viel bergauf, breite, gute Straßen, keine engen Kurven) auf der anderen Seite weiß ich nach zuletzt durchwachsenem Training und wenig Rennen nur, dass ich sicher nicht auf dem Niveau des Vorjahres, wo ich hier Vierter werden konnte, aber nicht, wie weit genau ich davon entfernt bin.

 

Die ersten, hauptsächlich bergab führenden, Kilometer verlaufen gut. Ich kann mich, auch Dank der Unterstützung meiner Teamkollegen in den vorderen Positionen halten und so auch das erste mal den Hauptanstieg des Rennens in Angriff nehmen. Ich erwarte die ersten Schmerzen, eventuell sogar, schon hier die Spitze ziehen lassen zu müssen, doch es passiert... nichts! Unter dem Tempodiktat von Teamkollege Sören, der sonst auf dem MTB unterwegs ist und in seinem ersten Straßenrennrn groß Auffährt, spult das Feld in konstantem, nicht übermäßig schnellem Tempo den Berg hinauf. Ich fühle mich gut. So gut, dass ich im steilsten Stück selbst die Führung übernehme und direkt mal ein Loch reiße. Jetzt sind die Schmerzen da. Viel zu früh und viel zu sinnlos, denn ein Solo über den Rest des Rennens ist definitiv nicht drin.

 

Oben lasse ich mich Kampflos wieder einfangen. Kaum sind wir über die Kuppe setzt heftiger Regen ein. Jetzt wird jede Abfahrt zur Zitterpartie und die von mir dringend benötigte Erholung ist nicht wirklich drin. Zum Glück wird zumindest vorne sehr diszipliniert gefahren und es kommt kaum zu gefährlichen Situationen. Kurz vor der Zielgeraden fahren wir wieder aus dem Regen (es regnet tatsächlich nur auf einem Teil der Strecke)

 

Auf der Abfahrt durch die Fuchsröhre muss ich in der zweiten Runde dann leider doch deutlichen Rückstand auf die Spitze hinnehmen. Zwar gelingt es mir, diesen auf den ersten Metern des Anstiegs wieder aufzuholen, doch jetzt geht es mir wirklich  nicht mehr gut. Und so kommt das (heute) unvermeidbare: Etwa zur Hälfte des Anstiegs kann ich dem Tempo der ersten Sechs nicht mehr folgen und finde mich gemeinsam mit Sören in einer ca 15 Mann starken Verfolgergruppe wieder. Das Team „Scuderia Südstadt“ versucht zunächst noch, die Lücke wieder zu schließen, doch schnell ist klar, der Kampf um die ersten Plätze ist für uns gelaufen.

 

So geht es in fast gemütlichem Tempo erneut durch die „Regenzone“, über Start und Ziel und hinunter in Richtung Hauptanstieg. Hier geht Sören direkt nochmal in die Offensive und reißt ein ordentliches Loch. Auß unserm Rennen will niemand nachsetzen doch dummer Weise befindet sich inzwischen ein Fahrer des „Team Rheinhessen“ aus dem 150km Rennen in unserer Gruppe, der ein konstant hohes Tempo anschlägt und dafür sorgt, dass Sören seinen Vorsprung nicht weiter ausbauen kann und kurz vor der Kuppe wieder gestellt wird.

 

So geht unsere Gruppe geschlossen ins Finale um Platz 6 (ein Fahrer ist inzwischen aus der Spitzengruppe zu uns zurück gefallen) Ein kurzes Gespräch mit Sören macht klar, dass bei ihm nicht mehr viel geht, also verasuche ich es auf eigene Rechnung. Im letzten kürzeren Anstieg tritt einer von zwei Fahrern der „Scuderia Südstadt“ an und ich springe ans Hinterrad. Ein kurzer Blick zurück lässt mich noch viele Fahrer sehen und so entschließe ich mich nicht zu Kontern sondern meine gute (zweite) Position für den Sprint zu nutzen. Vorher hatte ich Sören noch gesagt, er solle wegen des Gegenwinds möglichst spät seinen Sprint eröffenen...

 

Als ich dann aus dem Augenwinkel einen Fahrer der „Haberich Cycling Crew“ Antrteten zu sehen glaube, eröffne ich meinen Sprint, schieße an meinem Vordermann vorbei in Führung... und stehe viel zu früh im Wind. Fünf Mann ziehen noch vorbei, ich werde 11ter. Mundabwischen, Trainieren, aus Fehlern lernen und stärker wieder kommen. Spaß hat es allemal gemacht.