Dresden 42km und GCC 63km

Daniel war in Dresden gleich bei zwei Rennen am Start. Auf der mittellangen 63km-Strecke konnte er einen achtbaren 16. Platz einfahren und auf der 42km-Strecke mit einem Solo seinen ersten Sieg feiern.

 

Hier sind seine Berichte:

Skoda VeloRace Dresden 42km

 

Nachdem Rennen ist vor dem Rennen, dachten wir uns. Also hatten sich Stev, Nico und ich schon im Vorfeld auch für das 42km Rennen angemeldet. Dieses Rennen wurde direkt hinter dem 105km Rennen gestartet und somit fanden sich etwas über 150 Fahrer im Startblock E ein. Wir hatten zwischen den Rennen etwa 1 1/2 Stunden Zeit, die wir damit verbrachten uns so gut wie möglich zu erholen und uns zu stärken. Mittlerweile war es richtig warm geworden in Dresden. Wir hatten uns wieder relativ weit vorne eingereiht und somit ging es dann gegen 11:45h los.

Wieder galt es durch die Innenstadt per Neutralisation zum Start zu kommen, ich fuhr direkt ganz vorne und schlug ein angenehmes Tempo an, kurz vor dem Start schoss ein Fahrer aus einem Dresdener Team an mir vorbei und ich hängte mich direkt an ihn dran, auf der Startlinie setzte ich dann direkt zur Attacke an und fuhr mit einem hohen Tempo davon, ich guckte mich um und niemand wollte oder konnte mir folgen. 

An der Ziellinie sah ich meine Verlobte mit freudig verblüfftem Gesicht, der Sprecher sagte mich als führenden der 42km Runde an und meinte, dass es sehr flott aussah, wenn er wüsste wie sehr mir jetzt schon die Beine brannten.

Ich schaute mich ab und zu mal um, außer leere Straße sah ich hinter mir aber auch wirklich niemanden! Ich versuchte weiter die hohen Gänge zu drücken und hatte meine Wattwerte auf dem Tacho im Blick, jetzt half mir das harte Training im Frühjahr mit meinen Trainingskollegen, ständig stellte ich mir vor, dass ich wie im Training ein Hinterrad halten wollte.

Kurz nachdem Stadion von Dynamo Dresden musste ich auch noch eine Straßenbahn passieren lassen, zum Glück kostete mich das nicht zu viel Zeit. Nach der ersten 180 Grad Kehre kam mir eine Gruppe entgegen in der ich Nico und Stev, sowie weitere Fahrer aus dem 42km Rennen erkannte, sie kam mir plötzlich so nah vor, ich schaute auf mein Tacho, noch 12km, konnte das klappen? Auf der folgenden langen Geraden schaute ich mich um, konnte aber niemand sehen, ich schöpfte Mut. Es ging über die Elbbrücke in den Tunnel und über die kleine Welle zur nächsten 180 Grad Kurve, dort gibt es ein Stück von circa 150 Meter auf denen die Spuren nach der 180 Grad Kurve parallel laufen um dann beide im Tunnel zu verschwinden, ich sah niemanden, jetzt dachte ich wirklich das es klappt. Unten an der Elbe angekommen war ich mir sicher, dass ich gewinne, ich musste nur noch die knapp 5km lange Zielgerade runter ins Ziel und ich hatte Rückenwind.

Ich kam vollkommen alleine im Ziel an und freute mich tierisch über meinen ersten Sieg, ja sogar mein erstes Podium überhaupt. Als ich aufhörte zu treten, bestanden meine Beine nur noch aus einem Krampf, ich war wirklich ans Limit gegangen, hätte mich noch jemand eingeholt, ich hätte gegen jeden auf der Welt den Sprint verloren.

Da kam die Durchsage ich wäre nur 2. geworden, ich verstand die Welt nicht mehr. Nico & Stev kamen ins Ziel und freuten sich riesig, aber die Freude verflog auch schnell, wir gingen zur Jury, die meinten alles wäre korrekt. Es stellte sich heraus das ein Fahrer des Skoda-Teams in Block C gestartet war, also 2 Blöcke vor unserem Rennen, dort war er mit einer großen Gruppe der 105er Fahrern mitgerollt und soll angeblich schneller gewesen sein. Wenn man aber seine Rundenzeiten mit meinen vergleicht, war er langsamer, angeblich wird dieses Rennen nur nach Nettozeit gewertet und nicht nach Zieleinlauf, er soll schneller gewesen sein.

Ich fuhr also zu unserer Unterkunft um zu duschen, bis zur Siegerehrung sollte es noch was dauern, ich sagte mir, komm dein erstes Podium, darüber kannst du dich doch freuen und die Leistung war auch gut. Als wir wieder unterhalb der Frauenkirche zur Siegerehrung kamen, hieß es plötzlich, die Jury hätte entschieden es gäbe 2 Gewinner. Der Skoda-Fahrer hatte ja nichts falsch gemacht, er stand in dem Block der ihm zugeordnet wurde, der Fehler lag beim Veranstalter, Skoda-Fahrer sollten in Block C starten, aber nur wenn sie die 105km fahren, er war der einzige der 42km fuhr, dies ist wohl untergegangen.

Er war wirklich beleidigt und ließ mir mit seinem etwas größeren Umfang kaum Platz auf dem oberen Podest. Naja mir war es egal, ich hatte meinen Moment als ich alleine auf der Zielgerade ankam, als ich mir sicher war gewonnen zu haben, als meine Teamkollegen zu mir kamen und sich mit mir freuten, sie hatten hinten alle Konterattacken vereitelt und dafür gesorgt, dass das Tempo immer wieder verflacht. Sie haben mir diesen Sieg ermöglicht und sich aufgeopfert.

Nachdem Rennen bekam ich jede Menge Glückwunsch Nachrichten, da wurde mir erstmal bewusst wie viele Leute mir das wirklich gegönnt haben und sich mit mir gefreut haben, danke dafür.

 

Ergebnis 42km:

 

1.Platz Daniel

17.Platz Nico

 

22.Platz Stev

Skoda VeloRace Dresden German Cycling Cup 63km

 

Wenn man in Aachen wohnt, dann muss man für den German Cycling Cup manchmal ganz schön weit fahren. Am vergangenen Wochenende stand wieder eine dieser weiten Reisen an. Da wir dieses Jahr schon in Schleiz, Göttingen und Leipzig waren, ist die Wiedersehensfreude mit der A4 Richtung Olpe nicht besonders hoch. Einzig die Aussicht endlich mal wieder ein flaches Rennen fahren zu können munterte einen auf und lies uns die Reise antreten.

Am Sonntag morgen trafen wir uns schon um 7:25 an der Ziellinie um uns ein bisschen einzurollen und uns anschließend die besten Plätze im Startblock zu sichern. Neben mir stand noch meine Verlobte Katrin mit am Start, dazu kamen Stev, Nico, Mathias, Michael und Martin. Die geringe Mannschaftsstärke lässt sich wohl darauf zurück führen, dass sich nicht alle für die A4 und ein flaches Rennen motivieren konnten.

Wir bezogen in den ersten Reihen des Startblocks unsere Positionen und warteten im Schatten der Frauenkirche auf den Startschuss, zum Glück hatten wir ein paar Begleitpersonen dabei, die uns erst kurz vor dem Start die ein oder andere wärmende Jacken abnahmen. Am Sonntagmorgen war das Wetter wirklich super, aber auch noch relativ kühl.

Um 8:45 ging es dann endlich los, eigentlich war eine Neutralisation bis zur Startlinie angesagt, die Fahrzeuge schossen aber so sehr los, das wir auch schon mit weit mehr als 50 km/h über die Startlinie fuhren. Ich sortierte mich direkt vorne ein um eventuellen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Nach ein paar Kilometern galt es einen Tunnel zu durchfahren, da dort immer eine große Gefahr von Stürzen gegeben ist, beschloss ich einfach als erster durch zu fahren, als ich mich umguckte hatte ich aber ein Loch von gut 50m und nur Nico am Hinterrad, wir fuhren so locker durch den Tunnel und ließen uns wieder einsammeln, so eine frühe Attacke trauten wir uns dann doch nicht zu in dem Moment, gerade auch weil niemand von den zahlenmäßig überlegenen Teams mitgehen wollte.

Ich hielt mich weiter die ganze Zeit relativ weit vorne auf. Immer wieder wurde das Tempo von einzelnen Fahrer verschärft, aber niemand kam weg, immer wenn vorne alle die Beine hoch nahmen, kam Florian Ehm von der Haberich Cycling Crew und fuhr einfach an der Spitze ein konstant hohes Tempo, dass wurde dann am Ende auch mit einem Top10 Ergebnis für ihn belohnt.

An einer Stelle wo sich die Fahrer begegnen sah ich meine Verlobte, wir lächelten uns kurz an, ich war froh das sie heil durch die Startphase gekommen war und das sie in einer großen Gruppe war.

In der 2.Runde orientierte ich mich mal ein wenig und fuhr ans Ende des Feldes um zu sehen wer von unserem Team noch alles dabei war, zu meiner Freude waren alle männlichen Teammitglieder noch in der ersten Gruppe, die zu dem Zeitpunkt circa 80 Mann groß war, vertreten. Ich fuhr zu jedem einzelnen hin und schwor ihn drauf ein, das er im Zielsprint alles ihm mögliche versuchen sollte um eine gute Teamwertung einzufahren. Und da krachte es auch schon direkt vor uns, ungefähr in der Hälfte der Gruppe ereignete sich ein großer Massensturz, einige Fahrer konnten nicht ausweichen und fuhren mit hohen Tempo in die schon am Boden liegenden Fahrer, an dieser Stelle allen gestürzten gute Besserung und das wir euch bald wieder auf dem Rad sehen!

An Stev’s Hinterrad fiel es mir relativ einfach die entstandene Lücke zu schließen, hinterher erfuhr ich das es Stev deutlich mehr Körner gekostet hat, obwohl es relativ schnell ging, danke dafür. Durch den Sturz noch etwas desorientiert, bekam ich gar nicht richtig mit, das eine Gruppe von 2 Fahrern weg gefahren war, ich sah immer noch das Führungsfahrzeug und war mir eigentlich auch sicher, dass das Peleton diese Lücke wieder schließen wird, dass war aber nicht der Fall und somit hier schonmal Glückwunsch an den Sieger.

Es ging also nur noch um den 3.Platz im Sprint, ich versuchte mich so gut es ging zu platzieren, an der 500m Marke war ich ungefähr an 5.Position und damit auch zu dem Zeitpunkt sehr zufrieden, vor mir fiel das Tempo allerdings etwas ab, ich versuchte in den Sprint zu kommen, wollte links am Vordermann vorbei, da fuhr dieser eine Welle nach links, ich versuchte es rechts, da fuhr dieser nach rechts, der Fahrer änderte seine Fahrlinie mindestens 3mal im Sprint, ich kam nicht vorbei, musste einen Tritt auslassen als ich eine Berührung am Hinterrad spürte, als ich endlich in den Sprint kam, hatten auf der anderen Seite schon mehrere Fahrer mich überholt, ich konnte noch 2-3 Positionen gut machen, dann kam das Ziel. Typischer Sprint von eingebaut und keine Chance, Sprint ist nunmal auch Glücksache. Mit meinem 16.Platz war ich nicht wirklich zufrieden und das wir als Team das Podium knapp verpassten stimmte auch nicht zufriedener, aber eine Chance sollte ja noch kommen!

 

Ergebnis:

 

Frauen 63km

12.Platz Katrin

 

Männer 63km

16.Platz Daniel

18.Platz Nico

21.Platz Mathias

27.Platz Stev

44.Platz Michael

 

48.Platz Martin