Highlander Radmarathon

Bericht von Herbert Schwaninger

Es hieß, um 3 Uhr aufstehen, essen und früh genug in den vorderen Startblock des Radmarathon Highlander in Hohenems/Vorarlberg!Die Temperatur betrugangenehme um 5 Uhr, 18°C! Passt! Im Startblock habe ich mich mit Sören Seidel, unserem MT-Ass, getroffen und ein paar Dinge besprochen, unser Ziel war uner 7 Stunden für 187 und ca. 4000 hm zu benötigen! 

Im Startblock sollte man früh sein, denn einsteigen von der
Seite oder vorne in den startbereich sich reinschmuggeln wird in
Österreich nicht gerne gesehen und kann bei Missachtung zu einer
netten Auseinandersetzung führen, was ich bei einem Beispiel kurz
vorm Start miterleben durfte! Also lieber 1 std im Block stehen! Dann gab es
ein kurzes Gebet vom Priester des Ortes und ab ging es! Aber immer mit den Worten des Veranstalters, es ist kein rennen sondern eine
RTF, STVO ist strikt einzuhalten! Und da sind die
Veranstalter und Polizisten gut dabei Teilnehmer rauszunehmen, ob
links am Kreisverkehr vorbei, Insel oder sich nicht an die
Geschwindigkeiten zu halten innerorts! Leider haben die Veranstalter
immer größere Auflagen strikt einzuhalten, da sonst
keine Genehmigung mehr vergeben wird - also mitrollen. die STVO beachten und den Tag mit heftigen Anstiege (Bödele, Hochtannenberg, Flexenpass, Thüringer Berg bis zum Furkajoch) genießen. Die Anstiege sind nicht so lang wie beim Ötztaler, aber dafür paar Prozent steiler! Am Bödele, anfangs gingen die Beine super und ich war vorne mit dabei. Dann - kurz vor der Anhöhung - rebellierte mein Magen, warum auch immer! Das zog mir Kraft aus den Beinen und ich konzentrierte mich alles bei mir zu behalten! Dann kam Sören zu mir aufgefahren und es ging in die Abfahrt, Richtung Hochtannenberg. Bis dahin wie beim Brenner, Ötztaler, eine schnelle Anfahrt mit Max 2 Prozent durchs Tal und das Feld war wieder zusammen! Obwohl ich nochmals gut gestunken habe und
gegessen wurde das mit meinem Magen Darm nicht besser! So kämpfte ich mich den Hochtannenberg hoch, musste Sören ziehen lassen und oben auf dem Pass mich erleichtern, es gab kein Zurückhalten mehr und Pobacken zusammen kneifen auch nicht mehr! Dann ging es in die Abfahrt hinein, mit Messern zwischen den Zähnen, um wieder ranzukommen! Dann kam der Temperatur Schock bei Lech, von gut 25°C auf 10°C durchs Lechtal beim Versuch wieder ans Hauptfeld ranzukommen! Den Flexenpass nochmal hoch, Beine schlapp, nichts geht mehr! Dann ab in die mörderische Abfahrt nach Bludenz, die ich schon vom Arlberg Giro kenne! Es folgt die Umleitung über den Thüringer Berg - was für ein Anstieg, immer mal wieder zwischen 10 und 13 Prozent und dann wieder die Hitze, jetzt 30°C. Den nächsten Verpflegungsposten habe ich angesteuert -nach zwei Becher Colakam die Kraft  wieder und ich konnte wieder Boden gut machen bis zum Furkajoch, auch dieser Anstieg ist mörderisch. Dann lieber das Timmelsjoch hoch! Jetzt die 10 km Abfahrt ins Laternstal. Glücklicherweise waren die engen Straßen mit bis zu 12% Gefälle für den Verkehr gesperrt. Dann durfte ich nicht vergessen, die Höchstgeschwindigkeit einzuhalten weshalb es eine Art Self Control gab! Man darf 14 Minuten bis zum Ende der Abfahrt nicht unterschreiten sonst wird man disqualifiziert! Somit nicht durch die Bergdörfer heizen, eher gemütlich mit angezogener Bremse die Abfahrt genießen! Danach ging es ab ins Ziel nach Hohenems, 6 std und 3 Minuten, am sich nicht verkehrt aber hätte ohne Probleme mit Magen unter 6 Stunden sein können - im Bereich von Sören mit 5:49! Landschaftlich ist es wirklich ein schöner Radmarathon, aber durch die immer größeren Auflagen der Behörden, sind diese Veranstaltungen eher als RTF zu betrachten und nicht als Rennen! Es scheint so, dass der Ötztaler der letzte Radmarathon mit Rennfeeling auf abgesperrten Straßen ist. Aber wer Erlebnis vor Ergebnisse setzt, wird diesen Radmarathon sicher mögen.