Münster - lange Strecke

Bericht von Michael Schmidt:

 

Traditionell endet die GCC-Saison am Tag der Deutschen Einheit mit dem Münsterlandgiro in Münster.

 

Für das Jahr 2018 hielt das letzte Rennen noch die Spannung für die Gesamtsiege in der Team- und Einzelwertung hoch. Für uns bedeutete dies, noch ein letztes Mal alles auf ein Rennen zu fokussieren, denn mit nur 10 Punkten Rückstand in der Teamgesamtwertung war es noch möglich, den Gesamtsieg zu holen. 

Dementsprechend hoch motiviert standen wir am Start. Unsere Marschroute sah eine kontrollierte Offensive vor, um das führende Team Leeze aus der Reserve zu locken. 

Die schwierigsten Passagen des Rennens lagen zwischen Kilometer 15 und 40. Dort gab es zwei Anstiege und immer wieder kleine, verwinkelte Straßenabschnitte, die eine Positionierung vorne im Feld voraussetzten. Im ersten nennenswerten Anstieg bei km 15 in den Baumbergen gab es die ersten Attacken. Wir waren aber gewarnt und konnten durch unsere vordere Positionierung im Feld nicht überrascht werden. Wir kamen gut mit drüber und übernahmen danach mit Jochen, Herbert und Michael die Führungsarbeit, da das Feld schon erste Lücken bekommen hatte und wir die Gruppe klein(er) halten wollten. Da wir aber kaum Unterstützung weiterer Fahrer bzw. Teams erhielten war das Unterfangen schnell zum Scheitern verurteilt und wir brachen die Aktion wieder ab um Kräfte zu sparen.

Im Zweiten größeren Anstieg bei km 35 attackierte Karsten und konnte sich alleine vom Feld lösen. Fortan fuhr er in Zeitfahrmanier vor dem Feld, in dem Leeze Biehler die Nachführarbeit übernahm. Sie sahen ihre Führung in der Teamwertung in Gefahr und drückten aufs Tempo, so dass Karsten sich leider keinen großen Vorsprung erfahren konnte. Er fuhr aber trotzdem knapp 30 km an der Spitze des Rennens. Als er vom Feld gestellt wurde passierte erstmal nichts weiter. Geschlossen fuhren wir bei km 90 in den Schöppinger Berg hinein. Dort attackierte von vorderer Position direkt zu Beginn des Anstiegs Anthony und er konnte sich mit 7 weiteren Fahrern absetzten. Oben auf der Kuppe des Berges waren vom Feld noch ca. 100 Fahrer übriggeblieben und wir waren mit allen noch vertreten. Obwohl das Team Leeze Biehler in der Ausreißergruppe vertreten war, führten sie das Feld an, da der Führende der Einzelwertung aus dem BKK Team vorne fuhr und ihr Kapitän (2. Der Einzelwertung) den Sprung nach vorne verpasst hatte. Sie wollten also beide Gesamtsiege; den in der Einzel- sowie den in der Teamwertung.

Uns kam das nicht ungelegen, da wir uns erstmal etwas ausruhen konnten und nur mitrollen mussten. Wir setzten alles auf die letzte kleine Steigung bei km 119. Wegen des flachen Streckenprofils mit nur 600 Höhenmetern auf 127 km mussten wir aber auch auf den Sprint einer größeren Gruppe vorbereitet sein. Einen richtig großen Massensprint wollten wir aber vermeiden, da unsere Chancen aus einer kleineren Gruppe mit 25 – 30 Fahrern vielversprechender sind. Daher versuchten wir das noch immer recht große Feld am letzten Berg ein letztes Mal zu dezimieren. Wir fuhren in vorderster Position mit letztem Kraftaufwand in den Berg, besser gesagt Hügel, hinein. Aus dem Windschatten heraus konnte Anthony nochmal zulegen und setzte sich mit einem Fahrer vom Leezer Biehler Team ab. Alle anderen Teams, selbst Leeze fuhren aber Vollgas hinterher. Leeze hatte seinen Kapitän noch im Feld. Für den Einzelgesamtsieg musste dieser zwingend gewinnen und möglichst viele Plätze zwischen sich und dem Führenden vom BKK Team herausfahren. Es begann eine rasante Verfolgungsfahrt über die restlichen 7 leicht bergabführenden Kilometer.

Durch die Nachführarbeit der anderen Fahrer schrumpfte der Vorsprung von Anthony und er und sein Mitstreiter wurden noch auf der Zielgeraden ca. 200 Meter vor der Ziellinie eingefangen. Wir anderen versuchten unterdessen uns vorne im Feld für den Schlusssprint zu positionieren. Wegen mehrere engen Kurven und verwinkelter Straßen in der Münsteraner Innenstadt gelang uns das leider nicht so optimal. Auf jeden Fall gelang es dem Leeze Biehler Team mit mehreren Fahrern besser als uns, denn sie platzierten sich am Ende häufiger vor unseren Fahrern. Einzig Marcel Furmaniak und Lars Meseberg konnten sich unter den ersten 15 platzieren. Marcel verlor den Zielsprint nur denkbar knapp gegen Patrick Altefrohne vom Leeze Team. Dieser trug damit nicht nur zum Teamsieg bei sondern konnte auch noch denkbar knapp am bis dato Gesamtführenden der Einzelwertung vorbeiziehen und sich den Gesamtsieg des German Cycling Cup 2018 mit einem Punkt Vorsprung sichern. Uns blieb nur der zweite Platz in der Teamgesamtwertung und der dritte Platz in der Einzelwertung durch Anthony Spysschaert. Der erhoffte Teamsieg blieb leider aus.

Wir haben uns aber nichts vorzuwerfen, denn wir haben alles gegeben und alle Möglichkeiten im letzten Rennen ausgeschöpft. An diesem Tag hatte das Team Leeze Biehler jedoch immer eine Antwort parat. Letztendlich mussten wir uns der starken mannschaftlichen Geschlossenheit des Leeze Teams geschlagen geben. An dieser Stelle herzliche Gratulation und Respekt dem Siegerteam aus Münster!

Nicht unerwähnt bleiben sollte der 5. Platz von Helena in der Frauenkonkurrenz. Dieser sicherte ihr den 3. Platz in der Gesamtwertung. Katja konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht in Münster starten und fiel daher auf den 6. Platz in der Gesamtwertung zurück. Trotzdem ist diese Leistung aller Ehren wert und es bleibt nur zu hoffen, dass Katja bald wieder auf dem Rad sitzen kann. Herzlichen Glückwunsch an unsere beiden Mädels!

Die Platzierungen im Überblick:

2.

Marcel Furmaniak

5.

Helena Bieber

14.

Lars Meseberg

19.

Anthony Spysschaert

21.

Daniel Bojko

33.

Jochen Wallenborn

34.

Michael Schmidt

38.

Lukas Lange

46.

Eberhard Janzen

47.

Robert Prede

61.

Herbert Schwaninger

64.

Karsten Klein

121.

Alexander Kremer

122.

Markus Springob

136.

Robert Gebauer

153.

Georg Schmidt