12 Stunden von Zolder

Bericht von Thomas Karwath:

 

Am 31.8. stand für einige Teamkollegen und mich das

12h-Rennen auf dem Circuit Zolder

auf dem Rennplan.

Nach ein paar Tagen Regeneration folgt nun auch der Bericht mit einigen Eindrücken aus diesem Rennen.

Es sollte an diesem Tag heiß werden und mit über 30 Grad gab die Sonne nochmals alles. Für uns hieß es also viel Flüssigkeit während des Rennens zuführen.

Aber starten wir mal am Morgen. Bei Ankunft bezogen wir eine Box, welche man an der Rennstrecke kostenlos nutzen konnte.

Mit "wir" meine ich Martin, Marco, Christian, seine Mutter Martina und seinen Vater, der uns alle im Laufe des Rennens supportete.

Wir waren also fünf DKSler als Solo-Starter.

Noch bei kühlen Temperaturen ging es vor dem Rennen auf des Gebäude der Boxengasse für eine verpflichtende Rennbesprechung mit den Organisatoren.

Danach gab es auch erst die Transponder für die Zeit-/Rundenmessung.

Somit war dieser Pflichtteil schonmal erledigt und jeder konnte sich seiner Routine, dem letzten Materialcheck und allem, was vor einem Rennen halt so dazu gehört, widmen.

Jeder hat da so seinen Ryhtmus und seine Routine, um mit guten Gefühl an der Startlinie zu stehen.

So ein Rennen ist ja nunmal doch etwas länger als die gewöhnlichen Rennen und unterwegs sollte alles auf den Punkt stimmen.

Nun gut soweit alles erledigt und ab in die Startaufstellung.

Ca. 09:52 Uhr wurde das Fahrerfeld mit gut 200 Fahrerinnen und Fahrern hinter einem Führungfahrzeug auf eine neutralisierte Einführungsrunde geschickt.

Gefahren wurde im Uhrzeigersinn.

So ziemlich genau um 10:00 Uhr überquerte das Fahrerfeld dann nach der Einführungsrunde die Ziellinie und der fliegende Start eröffnete das Rennen.

Jetzt hieß, es Runden sammeln bis 22:00 Uhr.

Das Tempo, welches stets bei einem Schnitt von

ca. 42 km/h lag, wurde durch die 2er, 4er und 6er Teams diktiert.

Martina und Christian fuhren ihr eigenes Tempo.

Christian unterstützte seine Mutter dabei, den 2 Platz bei den Damen zu verteidigen.

Marco, Martin und ich fuhren im Windschatten des Pelotons Runde für Runde mit.

Martin und ich weiter hinten und Marco etwas weiter vorne.

Nach gut 30-40 min. wurde der angekündigte Zwischensprint eingeläutet. Wir hielten uns hier raus, denn der Weg war noch weit und die Körner sollten wir noch gebrauchen.

Ich konnte immer wieder auf den Support von Christian und Marco zählen, die mich mit Verpflegung auf der Strecke versorgten, was auch dringend nötig war bei solch einer Distanz.

Von Stunde zu Stunde wurde es immer wärmer und damit war es auch sehr wichtig, dem Körper genügend Flüssigkeit zuzuführen.

Nach ca. 4 Stunden und gut 160 km bin ich leider bei einer Überundung in einer Schikane aus der Spitzengruppe hinten rausgefallen.

Hier überlegte ich gefühlt 10 mal in einer Sekunde, was ich machen soll, hinterher sprinten oder locker weiter fahren.

Meine Entscheidung war, dass 4 Stunden als Solo-Fahrer in der Spitzengruppe für mich schonmal ein kleiner Teilerfolg ist und ich mir die Körner spare und nicht hinterhersprintete.

Diese Situation nutzte ich für meinen ersten kurzen Boxenstopp.

Alte Sachen loswerden neue Verpflegung holen und weiter ging es.

Allerdings war damit mein Ryhtmus etwas gestört und ob es der Kopf oder die Beine waren, kann ich nicht genau sagen, aber ich konnte nach der Überrundung durch das Spitzenfeld deren Tempo vorerst nicht mehr mitgehen.

Martin hielt sich noch einige Runden länger im Spitzenfeld.

Nun hieß es andere Gruppen finden, um nicht alleine im Wind zu fahren.

Mitfahren, klein machen und soviel wie möglich im Windschatten verstecken. Da es dann teilweise kleine oder nicht ganz so schnelle Gruppen waren musste ich dann doch ab und zu vorne im Wind fahren.

Egal, weiter aufmerksam bleiben und wenn sich Gruppen vermischen mitfahren welche meinem Leistungslevel entsprechen oder etwas darüber liegen. Also meine eigenen Grenzen verschieben.

Die Hitze spielte dabei immer mehr eine Rolle.

Trinken, viel Trinken war angesagt, aber auch nicht zuviel, um einen unnötigen Stopp zu vermeiden 😉

Es folgten bei mir und meinen Teamkollegen immer mal wieder der ein oder andere Stopp.

Marco kämpfe im Laufe des Tages mit seiner elektronischen Schaltung die sich nicht mehr betätigen lies und er somit nur einen Gang zur Verfügung hatte und mit sehr hoher Trittfrequenz fahren musste, aber jetzt stehen zu bleiben und aufhören war keine Option. Also weiter.

Martin klagte im Laufe des Rennens, dass es nicht ganz so rund lief, wie er es wollte. Aber auch für ihn galt Zähne zusammenbeißen und weiter.

Die Hitze hatte uns alle viele Körner gekostet.

Aber für alle galten die gleichen Bedingungen.

Also immer weiter und weiter, Runde für Runde.

Am frühen Abend wurde es immer windiger, der Regen sollte auch nicht fern bleiben, aber das Wetter hatte noch mehr als "nur" Regen auf Lager.

Nach meinem kurzen Stopp an der Box, kaum wieder auf der Strecke kam ein kurzer aber sehr heftiger Regen-/Hagelschauer runter. Da ich gerade erst wieder auf die Strecke gefahren war gab es kein zurück. Also positiv denken und das ganze als Abkühlung genießen. Martin, der gerade in die Box kam, als ich rausgefahren bin, konnte den Schauer aussitzen.

Jetzt war Vorsicht geboten denn der Wind und Regen brachte viele Blätter und einige kleine Äste auf die Strecke. Der Schauer zog relativ zügig vorbei, allerdings hielt sich die Strecke bis zum Einbruch der Dunkelheit überwiegend nass und trocknete nur langsam aber doch Stück für Stück ab.

Um kurz nach 20:00 Uhr stand der letzte Stopp für mich an. Noch einmal Verpflegung holen, nochmal motivieren. Ohne Absprache trafen wir alle ziemlich zeitgleich in der Box ein.

Schon gezeichnet vom Tag war aber für keinen von uns Stillstand eine Option.

Also wieder auf die Strecke, gute Gruppe finden und durchhalten.

Erst waren wir in einer relativ ruhigen Gruppe und dann kam von hinten ein größere Gruppe und mischte alles durch. Die Entscheidung für uns ist schnell gefallen. Die Gruppe war schneller, deutlich schneller. Wir hingen uns also in den Windschatten und versuchten nochmals alle Kräfte zu mobilisieren, alles was noch da war um dran zu bleiben. Nach einigen Runden merkten wir das die Rundenzeiten sehr schnell sind. Ich selber glaubte zu dem Zeitpunkt noch nicht daran die Gruppe bis zum Ende halten zu können. Noch eine gute Stunde zu fahren. Die Zeiten wurden gefühlt von Runde zu Runde schneller, ein guter 40er Schnitt.

Jetzt noch am Ende, puuhhh.

Schon einige Stunden vorher hatte ich hochgerechnet, dass ich mit einer gut laufenden Gruppe an der 400 km - Marke kratzen könnte.

Auch jetzt in der Schlussphase rechnete ich es mir immer wieder hoch und sofern mein Körper, Kopf und die Beine mitmachten, hoffte ich diese Marke erreichen zu können.

Marco standen auch wieder alle Gänge zur Verfügung, was sehr von Vorteil war. Irgendwann im Regen hatte seine Schaltung wieder den Betrieb aufgenommen.

Die Motivation war nochmals auf dem Höhepunkt, irgendwas ließ unsere Beine drehen und drehen.

Durch gegenseitiges Motivieren konnten Marco und ich bis zum Schlusssprint in dieser schnellen Gruppe die Zielllinie überqueren.

Meine letzte Runde hatte eine Zeit

von 6min 05sek und das auf 4 km, nach 12h Stunden.

Ein kurzer Blick auf meinen Tacho, ließ mich schnell feststellen dass die 400 km - Marke erreicht ist.

Die Bestätigung kam dann in der Box.

Erleichtert die 12h hinter uns gebracht zu haben trudelten wir in der Box ein.

Die Gedanken zwischen nie wieder oder doch, oder vielleicht als 2er/4er Team rauschten durch die Köpfe.

Ich denke mal am Ende können wir alle mit unseren Ergebnissen zufrieden sein.

Ich bin es.

Danke auch für den Support.

So oder so ich komme gerne wieder an diese Rennstrecke.

Euer Thomas

 

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Ergebnisse:

Martina 55 Runden 2. Platz Damen

Thomas 100 Runden 9. Platz Ak u40

Martin 99 Runden 10. Platz Ak u40

Marco 84 Runden

Christian 58 Runden