RügenChallenge

 

Bericht von Steve Nessler:

 

Mittlerweile kann man es schon als gute alte Tradition bezeichnen, die Saison mit der RügenChallenge zu beschließen. Als größte Insel Deutschlands bietet diese nicht nur genug Raum, sondern auch ein welliges Profil, teils auf Kopfsteinpflaster, für einen abwechslungsreichen Rennkurs. Und was könnte zu solch einem Klassiker besser passen, als strömender Regen und von Herbstlaub gesäumte Straßen?!

 

So standen bei dieser, bereits 10. Austragung unsere Fahrer, Mirco, Nico und ich bibbernd im Startblock auf der Wilhelmstraße in Sellin. Um uns herum hatten sich namhafte Fahrer vom RadMitte Strassenteam, der Haberich Cycling Crew, sowie diversen örtlichen Teams eingereiht - alles Vorboten für ein schnelles Rennen, über diesmal 66 Kilometer. Der erste Kilometer wurde bis zur Bundesstraße neutralisiert gefahren und nach fünf Minuten Pause hieß es Feuer frei! Sofort wurde ein hohes Tempo angeschlagen und die Zeit des Fröstelns war vorbei. Nach rund 8 Kilometern stand bereits die erste heikle Stelle an: eine Abfahrt, die in einen Kreisverkehr mündet. Mit gut 60km/h bei sehr rutschigen Straßenbedingungen - nicht unbedingt einfach. Aber niemand stürzte und so ging es weiter schnell voran. Etliche Ausreißversuche wurden aufgrund des hohen Tempos immer wieder unterbunden bzw. waren erfolglos. Erst auf der Rückfahrt von Putbus gelang es Roman Kaden und Michael Trog vom RadMitte Strassenteam, sowie drei weiteren Fahrern, sich vom Feld zu lösen. Ein kleiner Vorsprung konnte konstant gehalten werden, blieb jedoch immer in Sichtweite. Am Anstieg in Serams, acht Kilometer vorm Ziel, attackierten Nico und ich, und schafften es mit fünf weiteren Fahrern, uns nicht nur vom Feld zu lösen, sondern auch die Lücke zu den Ausreißern zu schließen. Jan Tressl vom Cycling-Team-Burgstädt nutzte den Überraschungsmoment, attackierte im Moment des Zusammenschlusses und konnte sich leicht absetzen. Eine mutige Aktion und das einzig Richtige! Denn in der Zufahrt zum Ziel, bestehend aus drei zu fahrenden Kurven, sind das die wertvollen Sekunden Vorsprung, die man braucht. Vor allem auch, weil die sich anschließende Wilhelmstraße mit 600 Metern feinstem Kopfsteinpflaster und 4% Durchschnittssteigung, speziell bei Regen den Fahrern alles abverlangt, ehe sie den Zielstrich überquert haben.

 

Offen gestanden fehlte mir etwas der Mut, um von vorn in die äußerst rutschige Wilhelmstraße zu gehen, was aus Sicht des Ergebnisses letztlich ein Fehler war. In der letzten Kurve stürzte dazu noch ein Fahrer und so konnte nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden. Roman Kaden und Michael Trog fingen Jan Tressl letztlich vorm Zielstrich noch ab und besetzten in dieser Reihenfolge auch das Podium. Ein verdienter Sieg, da sie auch unterwegs zu den aktivsten Fahrern gehörten. Nico belegte Rang 9 und gewann seine Altersklasse, ich wurde 8. und Mirco kam als 103. ins Ziel. Alles in allem ein gutes Ergebnis, wenngleich mit etwas mehr Cleverness und Mut durchaus noch mehr möglich gewesen wäre.