12h Zolder - Essec Cycling Series

Bericht von Daniel Pessara:

 

Wenn es in Deutschland kaum Chancen auf Rennluft gibt, dann muss man auch mal über die Landesgrenzen hinaus schauen. So machte sich am Samstag ein Teil des Teams auf, um im Osten von Flandern an den 12h auf dem Circuit Zolder teilzunehmen. 

Die ehemalige Formel 1-Rennstrecke hat eine lange Radsporttradition, Mario Cipollini wurde dort zum Weltmeister und jährlich im Dezember gibt sich dort die Crosselite die Ehre. Am Samstag stand nun das 12h-Rennen auf dem Programm; in vielen verschiedenen Kategorien gab es insgesamt knapp 160 Starter/Teams. Das Team DKS trat mit Marco und Martin in der Solo-Kategorie an, Katrin & Juliane bildeten ein Duo in der Frauen Klasse, Michael S., Christopher, Lukas L. und Daniel P. bildeten zusammen ein Quattro-Team.

Unter strengen Corona-Maßnahmen startete um kurz vor 10:00 bei nasser Strecke, aber trockenem Wetter, das Rennen mit einer neutralisierten Runde. Als es das erste mal über die Start-/Ziellinie ging, wurde das Tempo direkt sehr hoch angeschlagen. Während Lukas als Startfahrer des Quattros sich ganz vorne einordnete, suchten alle anderen Starter des Teams schnell eine Gruppe mit einem angenehmeren Tempo, denn sie mussten jeweils viel mehr Radzeit einplanen, als die Quattro-Teams die in der Spitze das Tempo bestimmten.

Für den Erfolg des Quattro-Teams war es wichtig, trotz Wechsel in dem Hauptfeld zu bleiben.

Der Wechsel musste im Stand in der Boxengasse vollzogen werden, dabei musste ein Transporter in einer Art Trinkflasche übergeben werden. Dazu kam der weitere Weg durch die Box und das Tempolimit von 22km/h, welches streng kontrolliert wurde und teilweise auch mit 30sek Zeitstrafe geahndet wurde. Im Feld entwickelte sich somit ein Rhythmus von circa 1,5 Stunden, nach denen gewechselt wurde. Die Boxengasse wurde voll und die Wechsel liefen alle reibungslos ab.

Für den nun übernehmenden Fahrer begann direkt der schwerste Teil, die Mannschaft im Hauptfeld zu halten, das Tempo was bei der Jagd angeschlagen wurde war teilweise extrem hoch und es wurden Runden mit einem 48iger Schnitt gefahren. 

Michael hatte bei seinem ersten Wechsel einen harten Job zu erledigen, er brauchte mit einer Gruppe 2 Runden um das Loch von 30sek zuzufahren. Ansonsten gelangen im Laufe des Tages alle Wechsel und die 4 Jungs konnten den ganzen Tag über das Team in der Spitzengruppe halten.

Die beiden Solofahrer Marco und Martin hatten während dessen, trotz abgetrockneter Straße, mit der kühlen Witterung zu kämpfen. Sie fanden aber immer wieder Gruppen und sammelten fleißig Kilometer, nach 5h hatten beide schon über 200km gefahren. Teilweise mussten sie aber dem hohen Tempo Tribut zollen, hielten sich aber in Reichweite der Top10 in ihrer Klasse. Vor allem Marco lieferte dabei auch immer wieder extrem wichtige Helferdienste für Katrin & Juliane.

 

 

Am Ende reichte es für Marco zu Platz 17. in seiner Kategorie bei 82 gefahrenen Runden (328km). Bei Martin lief es hintenraus immer besser und er konnte sich mit Platz 7 das gewünschte Top10 Ergebnisse erfahren. Insgesamt legte er 91 Runden zurück (364km). 

Katrin & Juliane waren mit dem Ziel aufs Treppchen zu fahren nach Belgien angereist. (Alternativer Text: Katrin & Juliane freuten sich auf ein entspanntes Mädelswochenende, bis sie realisierten, dass sie sich die nächsten 12h  nur noch zum Wechsel zu Gesicht bekommen werden.) Dabei traten die beiden als Duo in der Women‘s Kategorie an und sahen sich nur Teams mit mindestens 4 Starterinnen konfrontiert. So konnten die beiden die ersten Stunden auch Tuchfühlung zur Spitze halten und lagen teilweise sogar in Führung. 

Im Laufe des Tages machte sich die numerische Überlegenheit der anderen Teams aber bemerkbar und sie mussten die beiden erstplatzierten Teams ziehen lassen. Sie erfuhren sich aber gleichzeitig ein beruhigendes Polster auf Platz 4 heraus und hatten das Podium immer sicher im Blick. 

Runde für Runde spulten die beiden ihr Pensum ab, fuhren dabei teilweise allein im Wind, fanden aber auch immer wieder gute Gruppen.

Nach 12 Stunden hatten die beiden 104 Runden (416km) absolviert und hatten sich somit das Podium redlich verdient. Auf den Sekt zum Anstoßen hatten sich die beiden den ganzen Tag gefreut.

Nachdem Lukas L., Michael, Christopher und Daniel P. das Team den ganzen Tag in der Spitze gehalten hatten, lief alles auf einen Showdown in der letzten Stunde hinaus. Daniel übernahm als letzter Fahrer von Christopher und kam relativ schnell und ohne großen Krafteinsatz wieder zurück in die Spitzengruppe. Es dauerte einige Runden bis man sich an die Fahrt in der Dunkelheit gewöhnt hatte. Das Rennen entwickelte sich zu einem wilden Durcheinander, es folgte Attacke auf Attacke. Es setzte sich eine Spitzengruppe ab und Daniel versuchte kurz nach der Start-/Zielgerade unter Anfeuerungen der anderen Teamfahrer nachzusetzen. Eine Runde lang jagte er der Spitzengruppe nach, konnte aber leider nie näher als 50m kommen. 3 weitere Fahrer schlossen auf, schnell herrschte Einigkeit und die Gruppe lief gut. Allerdings hatte man gegen die numerisch überlegene Spitzengruppe keine Chance, konnte sich aber immer weiter vom nun komplett auseinander fallenden Hauptfeld absetzen. Im nun stark einsetzenden Regen näherte sich der Countdown der Null und die Fahrer erreichten alle um kurz nach 22:00 den Zielstrich. 

Für den Quattro reichte es am Ende zum 17. Gesamtplatz und Rang 7 in der AK. Dazu benötigte das Team 129 Runden (516km), hatte die letzten Jahre doch stets 125 Runden für den Sieg gereicht. 

Die 12h von Zolder sind ein super organisiertes Event und macht Lust auf mehr. Das sportliche Niveau ist in Belgien hoch. Das Team DKS wird auf jeden Fall nach Zolder zurückkehren.

Bildquellen: Daniel Pessara, Essec Cycling Series