GP Meiningen - kurze Distanz

Bericht von Michael Schmidt:

 

 

Am 14.6.2021 hatte das Warten ein Ende: Da stand nämlich das erste Rennen im Jahr 2021 auf dem Rennkalender des Teams DKS. Dafür nahm man auch eine knapp 400 km lange Anfahrt in Kauf. Gut gelaunt und voller Vorfreude standen auf der mittleren Runde Daniel P., Michael S. und O. Sitterich am Start. Organisatorisch durch die Coronasituation mit einigen Auflagen versehen (z.B. Maskenpflicht) war der Veranstalter sehr bemüht, für die Teilnehmer/Innen die Durchführung so einfach wie möglich machen. So gab es z.B. eine digitale Einschreibung bei der Startnummernausgabe, um lange Warteschlangen zu vermeiden.

Aber auch der sportliche Aspekt kam nicht zu kurz. Auf dem Papier galt es 2 Runden à 33,5 km mit jeweils knapp 330 Höhenmetern zu absolvieren. Im Roadbook waren 4 Berge angeben, wobei sich der Längste mit 1,3 km und 75 Hm auch als der Scharfrichter im Rennen rausstellen sollte. Diesen Umstand erahnten wir auch schon Samstagnachmittag bei der Streckenbesichtigung. Die Anfahrt zu diesem Anstieg führte auf den letzten 500m verwinkelt mit drei engen Kurven durch den Ortskern eines kleinen Dorfes, was für eine gute Position zu Beginn des Anstiegs nicht direkt hilfreich war. Die anderen markierten Berge waren eher kleinere Wellen die nicht sonderlich problematisch waren. Insgesamt war die Strecke sehr abwechslungsreich und durch den guten Asphalt rollte es sich auch ziemlich schnell dahin.

 

 

Nach dem Start am Sonntagmorgen wurde direkt ein ordentliches Tempo angeschlagen und es dauerte drei bis vier kilometer, bis Daniel und ich (Michael) sich in den vordersten Reihen platzieren konnten. Es war ein eher nervöses Rennen mit einigen ersten Attacken, die aber schnell wieder eingefangen werden konnten. Die Ortsdurchfahrten der meist kleineren Orte auf der Runde waren sehr eng und verwinkelt, sodass man dort auf den vorderen Positionen platziert sein musste, um nicht durch den Ziehharmonikaeffekt in die hinteren Reihen des Feldes durchgereicht zu werden. Das Gelang Daniel und mir auch ganz gut, so dass wir auch in den ersten Reihen in den oben erwähnten Anstieg einfuhren. Im Berg wurde direkt Vollgas gefahren und das Feld zerfiel hinten hinaus in erste Gruppen. Wir schafften es aber mit der ersten Gruppe über die Kuppe und auch die restlichen ca. 12 km bis zu Start/Ziel konnten wir relativ kraftsparend im Feld verbringen.

 

Nach der ersten Runde war klar, dass der entscheidende Punkt im Rennen die zweite Befahrung des oben erwähnten Berges sein würde. Daniel und ich besprachen uns kurz und ich stellte sich in seinen Dienst, da wir mit einer Sprintankunft einer größeren, ca. 50 Fahrer/Innen umfassenden rechneten. Ich versuchte ihn aus dem Wind und Gröbsten rauszuhalten und uns immer vorne zu platzieren. Zwar versuchten wieder vereinzelt Fahrer sich abzusetzen aber bis in den Berg blieb alles zusammen. Dort fuhren wir auch weit vorne hinein, allerdings wurde wieder so stark attackiert, dass ich leider auf den letzten 200 Meter bis zur Kuppe den Kontakt nach ganz vorne nicht ganz halten konnte und knapp 20 Meter fehlten. Die kleine Lücke konnte ich leider auch im weiteren welligen Verlauf nicht mehr zufahren, sodass sich eine elf Mann große Spitzengruppe bildete. Diese harmonierte sehr gut und baute den Vorsprung auf den letzten zwölf km bis zum Ziel auf eine knappe Minute aus.

 

Anfangs fuhren Daniel und ich in einer kleineren Gruppe, die sich bis zum Ziel auf ca. 40 Fahrer/Innen vergrößerte. Der letzte Kilometer war mit einer engen Linkskurve versehen und einer engeren Durchfahrt über den gepflasterten Marktplatz von Meiningen. Hier konnte ich aber mit Daniel in den ersten fünf Positionen durchfahren, sodass die Ausgangslage für den Schlussspurt sehr günstig war.  Ich versuchte Daniel noch gut zu lancieren, aber es fuhr mir leider ca. 300 Meter vor der Ziellinie ein in mein Vorderrad und ich konnte einen Sturz gerade noch verhindern. Auch Daniel hatte eine gefährliche Begegnung mit einem anderen Fahrer. So war das Anfahren natürlich auch nicht mehr möglich und Daniel konnte nicht mehr als auf einen guten 25 Platz sprinten. Ich ließ ausrollen und fuhr auf Platz 34 ins Ziel. So verpasste ich aber (was ich nicht bedachte) um eine halbe Sekunde den 3. Platz der Altersklasse Master 2. Oliver kam auf Platz 257 ins Ziel.

 

Trotz alledem können wir recht zufrieden mit der Rennpremiere 2021 sein. Wie im Vorfeld erwartet ist auch das allgemeine Leistungsniveau im Jahr 2021 nicht geringer geworden und die Rennen werden sehr aggressiv gefahren. Zusammenfassend kann man festhalten, dass Meiningen ein sehr guter Start in die hoffentlich stattfindende Rennsaison 2021 war. Die letzte Rennhärte fehlte bei mir noch, was ich leider in den letzten zwei Monaten nicht wie geplant durch harte Intervalle im Training simulieren konnte, da mir leider im April eine Coronainfektion das Training etwas durcheinanderwirbelte. Daniel ist nach seinem Trainingssturz im Frühjahr auch wieder auf einem guten Niveau, sodass wir optimistisch auf die kommenden Rennen blicken (sofern sie denn nicht dem Virus zum Opfer fallen).