Erzgebirgstour

 

Am Wochenende vom 9. Bis zum 11. Juli 2021 stand das Team Deutsche Kinderkrebsstiftung bei der Erzgebirgstour am Start. Dieses Rennen hat sich in den letzten Jahren als gute Alternative bzw. Ergänzung zu den GCC-Rennen erwiesen und zusammen mit der Tatsache, dass viele Rennen auch in 2021 noch der Coronakrise zum Opfer fallen, entschied sich unser Team zu einem Start in Sachsen. Bei der diesjährigen Ausgabe mussten insgesamt 229 km und 5200 Höhenmeter bewältigt werden.

 

Für das Team DKS standen Anthony, Dino, Michael, Pierre, Herbert, Sergej, Daniel B. und Gabor an der Startlinie. Ursprünglich hatte auch Felix gemeldet, musste aber kurzfristig aufgrund von Impfnebenwirkungen seine Teilnahme absagen. Somit musste das Team schon vor dem Start einen ersten Dämpfer hinnehmen; spielte Felix doch als bergfester Fahrer eine nicht unwichtige Rolle in der Helferriege für unseren Kapitän Anthony Spysschaert. Die zweite „schattige“ Tatsache sollte im wahrsten Sinne die Wettervorhersage für das Wochenende spielen. Der Wettergott hatte es nicht gut mit uns Rennfahrern gemeint.

 

 

Zur ersten Etappe am Freitagabend in Aue mussten wir zusätzlich zu den 65 km und 1500 Hm mit Dauernieselregen vorliebnehmen. Dies machte die ohnehin schon schwierige Strecke noch anspruchsvoller, da wir nach einer ca. 3 km langen Anfahrt auf einem verwinkelten 6 km Rundkurs, der über kleine Wirtschaftswege und eine verwinkelte, rasante Abfahrt führte, 10 Runden fahren mussten. Danach galt es wieder auf der Anfahrt bergab Richtung Ziel zu fahren. Die schwierigen Bedingungen ließen das Fahrerfeld ziemlich schnell in die Länge ziehen und der bergige Rundkurs mit seinen engen Straßen und Wegen selektierte das Feld direkt in viele einzelne Gruppen. Ganz vorne konnte sich nur Anthony halten, der als Fünfter die Etappe mit kleinem Abstand zum Sieger beenden konnte. So hielt er sich alle Chancen für das Podest noch offen. Dino und Michael mühten sich im Mittelfeld bzw. hinteren Mittelfeld ab, erkannten aber schon früh während bzw. nach der ersten Etappe, dass es sportlich wohl nicht sehr weit nach vorne gehen würde und ein Platz im Bereich 50 bis 70 am Ende in der Gesamtwertung als realistisch einzuschätzen wäre. Sergej, Piere und Daniel mühten sich am Ende des Feldes bzw. auch dahinter um Schadensbegrenzung. Pech hatten Gabor und Herbert, die mit Defekten nicht die erste Etappe beenden konnten und mit der Zeit vom letzten gewerteten Fahrer gleichgesetzt worden, um das Etappenrennen weiterfahren zu können.

 

Die zweite Etappe am Samstag rund um das Markersbacher Oberbecken und den Berg Taufichtig (1014 m) war auf dem Papier die Königsetappe mit 90 km und 2200 Hm. Es galt 3 Runden zu absolvieren mit einer Bergankunft (3,5 km, 5,1 % Steigung) zum Ziel. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und es war trocken. Auch hier bei der zweiten Etappe wurde das Tempo nach der Neutralisation direkt angezogen und in der ersten Gruppe konnten sich nur Anthony und Dino platzieren. In der Zweiten Gruppe fanden sich nach dem ersten Berg Herbert und Michael wieder, die aber noch vor der Hauptschwierigkeit des Tages (Bergwertung Taufichtig) zur Spitzengruppe vorfahren konnte. Hinauf zum Taufichtig (11 km mit 5%, aber mit zwei Gegenabfahrten von jeweils ca. 1,5 km) wurde die Spreu vom Weizen getrennt und das erste Feld zerfiel in mehrere kleine Gruppen. Ganz vorne konnte sich Anthony um den Kampf in der Gesamtwertung festsetzten und in der dritten größeren Gruppe fanden sich Dino, Herbert und Michael wieder. Das Tempo war sehr hoch und viel Zeit zum Erholen gab der Kurs nicht wirklich her. Entweder ging es berghoch oder auf engen Straßen bergab, wo volle Konzentration und Steuerkünste gefragt waren. Ebene Passagen zum Rollen im Windschatten waren Mangelware und so zerrte die 2. Etappe der Tour an den Kräften und der Moral der Fahrer. Herbert war in der dritten Gruppe der stärkste Fahrer und er attackierte zu Beginn der 2. Runde und fuhr solo bis ins Ziel durch. Dino zum lies die Gruppe wenig später ziehen; nur Michael biss sich eher mit mehr Willen als Kraft in der Gruppe fest. So fielen auch mit der Zeit die Kilometer weg und es musste dann noch der Schlussanstieg zum Markersbacher Oberbecken erklommen werden. Anthony schaffte es bis dahin, sich ganz vorne zu halten und fuhr mit der Spitze in den Schlussanstieg. Nach einem Flachstück in der Mitte des Anstiegs steigt die Straße nochmals auf 7-8% auf den letzten 1,5 km an. Dort kamen wie zu erwarten war die finalen Tempoverschärfungen und Anthony konnte leider nicht ganz diesen standhalten. Er schaffte es dennoch als 4. mit nur 32 sec Rückstand ins Ziel und belegte nach dieser Königsetappe auch den 4. Platz der Gesamtwertung. Herbert fuhr wie erwähnt alleine im vorderen Drittel des Feldes ins Ziel und Michael fuhr bis zur Schlusssteigung mit der dritten größeren Gruppe (ca. Plätze 60 bis 80). Im letzten Berg hinauf ins Ziel machten sich jedoch Krämpfe in den Oberschenkeln breit und er konnte das Tempo nicht mehr mitfahren und verlor ca. 90 Sekunden auf seine einstigen Mitstreiter.

 

Die 3. Etappe am Sonntag bildete den Abschluss der Erzgebirgstour und diese sollte uns wieder auf den Sachsenring führen. Dort mussten wir nochmals 20 Runden mit insgesamt 1500 Hm fahren. Also alles andere als flach und locker im Feld rollen. Dennoch sind die 2 kleinen Anstiege pro Runde zu kurz, um nochmals richtig Zeit für die Gesamtwertung gutzumachen. Der letzte Tag war auch eher wieder mit dem Subjekt „Schatten“ zu bezeichnen, denn es sollte Regen im Laufe des Vormittags einsetzten und das Team hatte einen Ausfall zu verzeichnen. Um das Rennen sicherer zu gestalten splittete die Rennorganisation das Feld in 2 Teile: Platz 101 bis zum/r letzten gewerteten Fahrer/Fahrerin starteten in einem eigenen Rennen bereits um 9 Uhr und die ersten 100 der Gesamtwertung danach um 11: 30 Uhr. Im ersten Rennen mussten schon Herbert, Sergej, Daniel, Pierre und Gabor ran. Herbert war noch voll motiviert und versuchte mit mehreren Ausreißversuchen das Renngeschehen zu animieren. Er kam aber letztendlich nicht entscheidend weg und belegte am Ende einen guten 8. Platz. Alle anderen fuhren das Rennen locker nach Hause und riskierten nicht mehr viel.

Im zweiten Rennen sollte der Gesamtsieg und die Podestplätze ausgefahren werden. Anthony hatte noch eine kleine Chance, aufs Podium zu fahren und Dino und Michel versuchten ihn bestmöglich zu unterstützen. Obwohl der Akku nach zwei Etappen schon ziemlich leer war setzten die drei verbliebenen DKS-Fahrer sich vorne im Feld fest. In der zweiten Runde jedoch kam es zu einem Sturz im Feld, den eigentlich alle Fahrer glücklicherweise umfahren konnten. Nur kurz eine Schrecksekunde und etwas Hektik aber nichts Schlimmes. Dennoch wurde Michael beim Umfahren des Sturzes vor ihm (Dino und Anthony kamen wie eigentlich alle Fahrer schadlos vorbei) von einem Mitstreiter von hinten umgefahren und wurde über den Haufen gefahren. Michael konnte einen Sturz leider nicht mehr verhindern und landete unsanft auf dem Asphalt. Bis auf ein paar Schürfwunden und ein defektes Schaltwerk ist nichts Schlimmes passiert; allerdings war das Rennen für ihn gelaufen. So musste sich Dino alleine mit Anthony durchkämpfen. Nach der Hälfte der Renndistanz setzte der vorhergesagte Regen ein und die letzten 35 km wurden nochmals härter. Das Feld wurde immer kleiner und der Fünftplatzierte der Gesamtwertung blies zu einer Attacke. Anthony versuchte nachzusetzten, um seinen vierten Gesamtrang zu sichern, kam aber nicht mehr ganz ran und fuhr zwei Runden alleine zwischen Ausreißer und Feld. Im weiteren Verlauf fiel Anthony wieder ins Feld zurück und der Ausreißer konnte seinen Vorsprung auf knapp über eine Minute ausbauen. Da er nun auch eine Gefahr für die Podiumsanwärter war, spannten diese sich zusammen und erhöhten nochmals das Tempo im Feld. Das war gut für Anthony, konnte er so zumindest seinen 4. Platz hoffentlich verteidigen. Am Ende schaffte es der Ausreißer vom Team Sebamed zwar als erster über die Ziellinie, der Vorsprung schmolz aber auf knappe 20 sec zusammen. Somit konnte Anthony seinen vierten Gesamtplatz sichern. Das Podest verpasste er schlussendlich nur um 36 sec. Durch die Tempoverschärfungen am Ende des Rennens verlor Dino in der vorletzten Runde den Anschluss an das dezimierte Hauptfeld und kam ca. 2 Min nach dem Sieger über die Linie.

 

Zusammenfassend können wir als Team von Licht und Schatten sprechen. Licht ins Team brachte Anthony mit einer superstarken Vorstellung über drei Tage und dem vierten Gesamtplatz, alle anderen mühten sich redlich nach Kräften. Felix hätte sicherlich als bergfester Fahrer dem Team in diesem Rennen gutgetan. Auch hier lässt sich der Trend der letzten 2 Jahre festhalten: das sportliche Niveau entwickelt sich immer weiter und es fahren sich immer mehr (sehr) junge Sportler ins Rampenlicht. Für uns als Team DKS bleibt also viel zu tun und zu trainieren, um unsere Ziele zu erreichen. An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und Platzierten der jeweiligen Etappen und der Gesamtwertung!

 

Die Platzierungen der Gesamtwertung im Überblick:

 

Platz

Name

Team

Zeit

1

Florian Anderle

Team FujiBikes Rockets

6:25:21

2

Anton Albrecht

Best Place Racing Team

+ 0:00:56

3

Tobias Markl

Team WIBATECH Bayern             

+ 0:01:13

4

Anthony Spysschaert

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 0:01:52

55

Dino Moll

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 0:30:46

109

Michael Schmidt

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 0:57:11

140

Pierre Delhaes

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 1:15:08

146

Herbert Schwaninger

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 1:18:41

163

Gabor Klung

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 1:28:05

186

Sergej Schoebben

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 2:03:34

222

Daniel Bojko

Team Deutsche Kinderkrebsstiftung

+ 3:03:21