Frankfurt-Eschborn - 88km-Distanz

 

Bericht von Pierre Delhaes:

Am 1. Mai findet seit 1962 der Radklassiker Eschborn Frankfurt - früher das Rennen „Rund um den Henninger Turm“ - statt.

 

 

 

In diesem Jahr stand das Rennen zum ersten Mal auch in meinem Rennkalender und es hieß früh aufstehen am Sonntagmorgen. Startschuss war für 08:45h geplant und natürlich wollte ich relativ weit vorn im Startblock stehen. Also Ankunft in Eschborn und letzte Vorbereitungen treffen um 07:30h. Kurz nach meiner Ankunft auf dem Parkplatz kam auch schon Teamkollege Alex Müller angerollt und wir machten uns gemeinsam auf den Weg Richtung Startblock 1.

 

 

Nach einiger Zeit im Startblock und genauer Inspektion der Konkurrenz fiel dann pünktlich um 8:45h der Startschuss. Der Start verlief eher unspektakulär, aber hektisch. Es ging zügig los, eine Neutralisation gab es nicht. Wir führen auf einer breiten Bundesstraße aus Eschborn heraus in Richtung Frankfurt Innenstadt. Eine erste Selektion gab es aufgrund fehlender Hindernisse zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Feld blieb anfangs weitestgehend zusammen und wir sind mit hohem Tempo im großen Pulk durch Frankfurts Innenstadt geheizt. An den wenigen Engstellen in der Stadt kam es dann zu ersten Stürzen, die ich aber gut umfahren konnte.

 

 

 

Nachdem wir Frankfurt hinter uns gelassen hatten, ging es mit hoher Geschwindigkeit Richtung Feldberg - ich hatte einige Wochen vorher bereits einen Streckencheck gemacht, so dass ich wusste, was auf mich zukommt. So konnte ich mein Pacing einteilen und habe eine gute Gruppe gehabt, mit der ich dann in 33 Minuten den Berg hinter mir lassen konnte. Mit meiner Leistung am Berg bin ich sehr zufrieden. Definitiv ein Highlight am Feldberg war Teamkollege Björn, der als Zuschauer angereist war und uns Flaschen angereicht hat und uns auf dem Weg nach oben noch mal richtig motiviert hat. Das war ein geiler Teamspirit und hat noch mal richtig Bock gemacht weiter zu beißen für den Rest der Strecke.

 

 

 

Die Abfahrt vom Feldberg war lang und schnell. Oben war es noch recht kalt, aber ich konnte eine gute Position im Feld rausfahren fürs weitere Rennen. Die nächste Herausforderung auf der Route war der Ruppertshainer Berg - ein kurzer aber giftiger Anstieg, der ein weiteres Mal die Spreu vom Weizen teilt. Da ich auch dort einige Wochen vorher schon gefahren war, wusste ich, dass es sich lohnt hier richtig reinzuhalten und das Tempo hochzuhalten - also bin ich hier all in gegangen und habe den kurzen Anstieg hochgedrückt - shut up legs :-).

 

 

 

Kurz nach diesem Anstieg kam ich dann zur nächsten Streckenteilung und entschied mich spontan dazu die Express-Runde zu fahren und den Mammolhainer Stich auszulassen. Vom Gefühl her wusste ich, dass ich eine gute Position im Rennen für eine Platzierung haben musste und nachdem die meisten um mich herum nach links in Richtung Mammolshain abbogen, war klar, dass es taktisch klug ist auf der 88 km-Route zu bleiben, um möglicherweise eine Platzierung reinzuholen. Und meine Idee sollte sich als gut herausstellen. Ich fuhr nach 2 Stunden und 31 Minuten als 9. gesamt und 4. meiner Altersklasse durchs Ziel in Eschborn. Meine bis dato beste Leistung in einem Rennen!