Tour de Kärnten - Etappen 3-6

3. Etappe - Bericht von Marcel Hartmann:

 

 

Der heutige Tag sollte der längste der diesjährigen Tour werden. 105km und 1600Hm standen auf dem Programm.

Es wurde von Anfang an wieder attackiert. Immer wieder versuchten einzelne Fahrer die Flucht nach vorne.

 

Mir unbeschreiblich, wo diese Fahrer die Kraft hernahmen. Es war bereits die dritte Etappe und meine Beine waren jetzt bereits Matsch. Das große Feld blieb allerdings bis zum ersten großen Anstieg des Tages zusammen. Bei Kilometer 45 kam ein längerer Anstieg von ca. 350Hm. Wie bereits in den letzten Tagen war auch dieser Anstieg in mehrere kleinere unterteilt. Steigungen zwischen 2 und 12% wechselten ständig, kleinere Abfahrt zwischendurch machten es nicht leichter. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Gruppe des Tages, wobei im Laufe des Schlussanstiegs auch diese komplett zerfiel und lediglich einzelne Fahrer das Ziel erreichten. Das Ziel dieser Etappe war der Magdalensberg. Ein ca.10km langer Anstieg mit ca. 500Hm, wobei erst die letzten Kilometer zweistellig wurden. Die letzten 1000m zum Ziel waren dann nochmals eine wahre Herausforderung. Mit durchschnittlich 12% ging es ins Ziel. Teilweise waren die Steigungen in diesem Abschnitt jenseits der 15%. Ich war zu diesem Zeitpunkt des Rennens bereits völlig am Ende. Hinzu kam, dass mein Freilaufkörper am Hinterrad ab km 20 kaputt war und ich daher mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte. Ich kam irgendwie mit ca. 8km/h oben an. Das schönste dieses Tages war der Kaiserschmarrn mit Apfelmus im Ziel. Dafür hat es sich gelohnt, ansonsten war dieser Tag schnell abhehakt.

 

Mein Rad konnte ich übrigens nicht reparieren lassen. Im Radladen am Faaker See war der passende Freilaufkörper nicht auf Lager. Ich hatte schon das Ende der Tour in Gedanken.

 

Doch Dank meines Teamkollegen Alex konnte ich dessen Ersatzrad fahren und somit die Etappen 4 bis 6 in Angriff nehmen. Vielen Dank dafür.

 

 

 

 

4. Etappe - Bericht von Alexander Müller:

 

Heute haben Marcel und ich die 4. Etappe der TdK erfolgreich absolvieren können.

Der Start erfolgte heute ohne Neutralisation und es ging von Anfang an hart aber sehr diszipliniert zur Sache. Was ein bisschen nervt, ist, dass hier kaum ein Fahrer ein Hindernis anzeigt. Ist bis jetzt immer gut gegangen. Da es heute die ersten 50km für Kärtener Verhältnisse flach waren, hatten wir nach einer Stunde Rennen 41km auf der Uhr stehen.

Marcel hatte gestern einen Defekt an seinem Rennrad. Der Freilauf ist defekt. Eigentlich wollten wir die Laufräder von meinem Zweitrad tauschen. Hat aber nicht funktioniert weil die Steckachse nicht so wollte wie wir wollten. Also habe ich ihm angeboten mein Ersatzrad zu fahren. Hauptsache es geht für ihn weiter. Das aber nur kurz nebenbei.

Zurück zum Rennen. Nach ca. 25 km hatte ich bei einem Schaltvorgang einen Kettenklemmer. Ich musste einige Male schalten bis die Kette wieder frei war. Resultat Gruppe weg. Bullshit.

Habe mir dann eine neue Gruppe gesucht und nochmal versucht Anschluss ans Hauptfeld zu bekommen. Leider haben die Kollegen nicht mitgezogen.

Egal es ging dann auch so weiter.

Der erste Anstieg hatte es dann wieder in sich. Dieser bestand aus 4 aufeinander folgende Anstiege mit einer durchschnittlichen Steigung von bis zu 10,9%. Danach wurde man an der Labestation mit warmer Cola beglückt. Die musste ich leider direkt wieder ausspucken. Im Anschluss mit zwei anderen Kollegen die Abfahrt hinunter gestürzt. Kaum die Abfahrt beendet kam der nächste Anstieg - nicht lang aber knackig. 1km mit 7,4% durchschnittlichen Steigung.

Dann wieder in die Abfahrt. Letztendlich fuhr ich wie die Wilden, um Anschluss zu bekommen. Das hat dann auch dank belgischem Kreisel auf der Bundesstraße mega funktioniert. Dann ging es von der Bundesstraße wieder rechts ab in die nächste Steigung und dem Schlussanstieg. Insgesamt nochmal 15km mit 2,5% bis 10,9% durchschnittlicher Steigung.

Im Ziel angekommen gab es dann die Belohnung Obst Radler heute Bratwurst. Wir sind immer sehr gut versorgt. Morgen gehts zur 5. Etappe. Nochmal knapp 90km mit 1450hm.

 

Ergebnis von heute:

Marcel Gesamt 57 Ak 35

Alex Gesamt 87 Ak 9

 

 

5.Etappe - Bericht von Marcel Hartmann:

 

 

Die heutige Etappe startete wieder mit einer 10km langen neutralen Phase. Ab Kilometer 20 sollte es ernst werden. Der erste Anstieg des Tages stand an. Der Weg war relativ schmal, sodass sich das Feld in die Länge gezogen hatte. Kaum mehr als zwei Fahrer konnten hier nebeneinander fahren. Ich war nicht mehr in der Lage, vernünftige Wattwerte zu fahren. Meine Beine waren nach den ersten vier Etappen völlig durch. Die Spitze war weg und ich begnügte mich in der 2.Gruppe des Tages. In dieser Gruppe sollten wir auch den kompletten Tag zusammen bleiben. Nach einer schnellen Abfahrt folgte bei km 45 ein längerer Anstieg über knapp 15km. Aber auch hier verlief der Anstieg immer wieder unrhythmisch und es kam sogar zu kürzeren Flachstücken bzw. Abfahrten. Am höchsten Punkt des Tages folgte die nächste schnelle und technisch anspruchsvolle Abfahrt. Es standen öfters Löcher in den Abfahrten. Bei Tempo 70 und mehr musste ich teilweise rausnehmen. Dadurch, dass ich nicht mit meinem eigenen Rad unterwegs war, hatte ich nicht das Vertrauen in den Abfahrten. Ich musste immer wieder den Kontakt zum Vordermann bzw. zur Gruppe herstellen. Das kostete natürlich extrem viel Kraft, die mir im Schlussanstieg fehlen sollte. Der Schlussanstieg mit knapp 5km und 340HM war nicht allzu lang, aber wir waren auch immerhin schon auf der 5.Etappe und jeder Höhenmeter musste bis hierhin hart erkämpft werden. Die Gruppe zerfiel komplett und jeder versuchte so gut wie möglich diesen Anstieg zu bewältigen. Ich konnte und wollte auch nicht mehr die allerletzten Körner investieren. Das morgige Bergzeitfahren sollte nochmals intensiv genug werden. Oben angekommen war die Belohnung in der Jausenstation ein Teller Gulasch. Die Erleichterung im Ziel war groß es endlich geschafft zu haben. Ich musste mit meiner Leistung zufrieden sein. Mehr gaben die Beine einfach nicht her. Ich brauche dringend Erholung.

 

Grüße

Marcel

 

 

6. Etappe - Bergzeitfahren - Bericht von Alexander Müller:

 

Das Bergzeitfahren hat 16km und knapp 1200hm. Die durchschnittliche Steigung beträgt ca. 7%.
Das ist aber einer von den Anstiegen der sich sehr flüssig fahren lässt im Gegensatz zu etlichen anderen Anstiegen in Kärnten.
Aber es geht ab Start direkt zur Sache und du hängst im Berg.
Das Bergzeitfahren ist nicht meine Paradedisziplin und ich brauche auch zwei Kilometer bis ich in Tritt bin.
Die erste Idee vom Veranstalter war, dass ich mit den Spitzenleuten starte. Da hatte ich allerdings etwas dagegen und habe gebeten aus einer anderen Gruppe starten zu können.
Ich konnte dann in die Gruppe von Marcel Wechseln. Das kam mir auch entgegen, da ich mich hier nicht so deplatziert gefühlt habe. Nur den anderen Fahrern hinterher schauen fand ich ein wenig demütigend.
Meine Gruppe wurde aber auch sehr schnell auseinander gerissen und die schnellen am Berg waren weg.
Wie bereits erwähnt habe ich so ca. 2km gebraucht um in Schwung zu kommen. Dann lief es und ich konnte nach 5 harten Tagen doch nochmal rund 85% meiner Leistung im Schnitt bis zum Ende abrufen Auch hier im Ziel angekommen wurde man wieder direkt versorgt und es gab Verpflegung und Getränke.
Was nicht ganz so schön war. Je höher man kam desto schlechter wurde das Wetter. Es hat nicht geregnet aber es war teilweise sehr nebelig.

Zielzeit
Marcel Hartmann 1:01
Alexander Müller 1:07

 

Summa summarum eine sehr geile Veranstaltung mit Wiederholungscharackter. Ich werde jedenfalls nochmal in Kärnten an den Start gehen. Vielleicht klappt es ja auch mit dem Team DKS.

Gesamtplazierung:

 

Marcel: Platz 71
Alexander: Platz 106